Asiatische Aktienmärkte steigen trotz Währungsdruck und Inflationssorgen
Schwache US-Jobdaten dämpfen Fed-Zinserwartungen und beflügeln Asiens Börsen – doch die Währungen geraten unter Druck.
Die asiatischen Finanzmärkte präsentierten sich am Montag zweigeteilt. Während die Aktienmärkte von einer Erholung an der Wall Street profitierten, gerieten die regionalen Währungen unter erheblichen Druck. Auslöser für die Bewegungen waren schwache US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag, die die Erwartungen für eine Zinserhöhung der US-Notenbank Federal Reserve im September deutlich dämpften.
Die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinsanhebung im September sank laut Marktanalysen von zuvor rund 64 bis 67 % auf etwa 43 bis 44 %. Diese Neubewertung der Geldpolitik gab Aktieninvestoren in der gesamten Region Rückenwind und löste eine breit angelegte Erholungsbewegung aus.
Nikkei und KOSPI mit deutlichen Gewinnen
An den Aktienmärkten verzeichneten Japan und Südkorea die stärksten Zuwächse. Der japanische Nikkei 225 legte um über 2 % zu. Der südkoreanische KOSPI stieg zeitweise ebenfalls um mehr als 2 %, schloss jedoch letztlich mit einem Plus von 0,7 %. Besonders gefragt waren Halbleiterwerte: Investoren griffen verstärkt bei Titeln wie SK Hynix, Samsung Electronics, TDK und Sony zu und leiteten damit eine Erholung nach den jüngsten Kursverlusten im KI-Sektor ein.
In China zeigte sich ein uneinheitliches Bild. Der Shanghai Composite legte leicht zu, während der CSI 300 geringfügig nachgab. Der Hang Seng in Hongkong gewann 0,7 %. Gegen den regionalen Trend verlor der australische S&P/ASX 200 rund 0,3 %, wobei Lithium-Aktien und Treasury Wine Estates – letztere nach der Ankündigung einer Restrukturierung des US-Geschäfts – gegen den Markttrend zulegen konnten.
Yen und Won unter Druck – Ölpreise belasten
Parallel zu den Aktienmärkten standen die Währungen der Region unter dem Einfluss eines leicht erstarkten US-Dollars. Der südkoreanische Won führte die Verluste an, belastet durch die starke Abhängigkeit des Landes von Energieimporten und gleichzeitig steigende Ölpreise. Brent-Rohöl verteuerte sich in Richtung 84 US-Dollar pro Barrel, da Unsicherheiten über die Wiedereröffnung der Straße von Hormus die Versorgungssorgen befeuerten.
Auch der japanische Yen schwächte sich ab und notierte wieder über der Marke von 158 Yen je US-Dollar. Zuvor hatte die Währung noch von einer koordinierten Interventionsmaßnahme profitiert. Analysten weisen darauf hin, dass die Wirksamkeit solcher Eingriffe angesichts der erheblichen Zinsdifferenzen zwischen den USA und Japan sowie geopolitischer Unsicherheiten begrenzt bleibt.
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Zur AktienanalyseAlle Augen auf US-Inflationsdaten und RBA-Entscheidung
Der Fokus der Anleger richtet sich nun auf eine Reihe wichtiger Wirtschaftsdaten. Am Mittwoch wird der US-Verbraucherpreisindex (CPI) für Juli veröffentlicht. Experten prognostizieren für die Kernrate einen Anstieg von 0,2 %. Diese Daten gelten als entscheidender Test für die künftige Ausrichtung der Fed-Geldpolitik und dürften die Märkte maßgeblich bewegen.
Ergänzt wird das Datenbild durch anstehende Berichte zu Erzeugerpreisen und Einzelhandelsumsätzen in den USA. Zudem läuft die Berichtssaison weiter: Ergebnisse von Unternehmen wie Applied Materials und Cisco sollen Aufschluss über den aktuellen KI-Investitionszyklus geben. In Australien steht darüber hinaus die Zinsentscheidung der Reserve Bank of Australia (RBA) an, bei der Marktteilnehmer eine Beibehaltung des Leitzinses bei 4,35 % erwarten.


