Asiens Börsen unter Druck: Tech-Verluste und Iran-Spannungen belasten
Technologiewerte, steigende Ölpreise und geopolitische Risiken im Nahen Osten drücken die asiatischen Aktienmärkte zum Wochenstart ins Minus.

Die meisten asiatischen Aktienmärkte haben am Montag nachgegeben. Technologiewerte führten die Verluste an, während Anleger gespannt auf die Quartalszahlen von Nvidia warten, die im Laufe der Woche erwartet werden. Zusätzlich belasteten steigende Ölpreise und eskalierende Spannungen im Nahen Osten die Stimmung an den Märkten.
Bereits am Freitag hatte die Wall Street schwächer geschlossen – Inflationssorgen im Zusammenhang mit steigenden Ölpreisen waren der Hauptgrund. Auch die US-Aktienindex-Futures gaben während des asiatischen Handels am Montag nach und setzten damit den negativen Trend fort.
Nvidia im Fokus – Nagelprobe für die KI-Rallye
Im Mittelpunkt des Anlegerinteresses stehen die für Mittwoch angekündigten Ergebnisse von Nvidia. Der Chiphersteller gilt als Gradmesser für die durch künstliche Intelligenz getriebene Rallye an den globalen Aktienmärkten. Investoren erhoffen sich Hinweise darauf, ob dieser Aufschwung nachhaltig ist oder an Dynamik verliert.
Japans Nikkei 225 verlor 1,0 Prozent, der breiter gefasste TOPIX-Index gab um 0,8 Prozent nach. In Hongkong fiel der Hang Seng um 1,7 Prozent, wobei der technologielastige Hang Seng TECH-Subindex mit einem Minus von 2,5 Prozent besonders stark unter Druck geriet. Chinas Blue-Chip-Index CSI 300 sank um 1,0 Prozent, der Shanghai Composite verlor 0,5 Prozent.
Australiens S&P/ASX 200 verzeichnete mit einem Rückgang von 1,6 Prozent den stärksten Verlust in der Region. Singapurs Straits Times Index gab um 0,6 Prozent nach, und die Futures auf den indischen Nifty 50 sanken um 1,0 Prozent.
Geopolitische Spannungen treiben Ölpreise
Die geopolitische Lage im Nahen Osten verschärfte die Risikoaversion der Anleger zusätzlich. Die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten einen Drohnenangriff, der ein Feuer in einer Atomanlage verursachte. Saudi-Arabien gab an, am Wochenende drei Drohnen abgefangen zu haben. US-Präsident Donald Trump warnte den Iran mit deutlichen Worten: „Sie sollten sich besser bewegen, SCHNELL, sonst wird nichts mehr von ihnen übrig sein." Die Ölpreise stiegen am Montag, da die Straße von Hormus – eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt – weitgehend geschlossen blieb.
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Zur AktienanalyseEine positive Ausnahme in der Region bildete Südkorea: Der KOSPI legte um 0,2 Prozent zu und entwickelte sich damit besser als die regionalen Vergleichsmärkte. Auslöser war eine Erholung der Samsung-Electronics-Aktie, nachdem Fortschritte bei den Tarifverhandlungen zwischen dem Konzern und seiner Gewerkschaft bekannt wurden. Samsung und die südkoreanische Gewerkschaft begannen am Montag eine neue Verhandlungsrunde, bei der die Regierung als Vermittler fungiert. Ein südkoreanisches Gericht drohte der Gewerkschaft zudem mit einer Geldstrafe von rund 100 Millionen Won pro Tag, sollte sie gerichtliche Anordnungen im Zusammenhang mit Streikaktivitäten nicht befolgen.
Chinas Wirtschaft schwächelt stärker als erwartet
Zusätzlichen Gegenwind lieferten enttäuschende Wirtschaftsdaten aus China. Die Industrieproduktion stieg im April im Jahresvergleich lediglich um 4,1 Prozent – Analysten hatten ein Wachstum von 6,0 Prozent erwartet. Noch deutlicher fiel die Enttäuschung beim Einzelhandel aus: Die Umsätze legten nur um 0,2 Prozent zu, während Prognosen ein Plus von 2,0 Prozent vorhergesagt hatten. Die Zahlen unterstreichen die anhaltende Schwäche der Verbrauchernachfrage in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt und dürften die Diskussion über weitere Konjunkturstimuli in Peking befeuern.


