Asiens Börsen unter Druck: US-Iran-Zweifel belasten Tech-Werte
Geopolitische Unsicherheiten und ein restriktiverer Fed-Ton bremsen asiatische Aktien – Halbleiter und Tech drehen ins Minus.

Asiatische Aktienmärkte haben am Freitag nachgegeben, nachdem Zweifel an den bevorstehenden Friedensgesprächen zwischen den USA und dem Iran aufkamen. Besonders stark betroffen waren Technologie- und Halbleiterwerte, die ihre frühen Gewinne vollständig abgaben und ins Minus drehten. Das regionale Handelsvolumen fiel aufgrund von Feiertagen in China und Hongkong gering aus, auch die US-Märkte blieben am Freitag geschlossen.
Zunächst hatte eine starke Wall-Street-Sitzung vom Vorabend Rückenwind geliefert – insbesondere für asiatische Halbleiteraktien, die von einer Intel-Rally profitierten. Doch die Stimmung kippte, als iranische Medien berichteten, Teheran fordere weitere Anzeichen für die Umsetzung einer kürzlich mit Washington unterzeichneten Absichtserklärung, bevor weitere Gespräche aufgenommen werden. US-Vizepräsident JD Vance sagte daraufhin eine geplante Reise zu einem Treffen mit iranischen Unterhändlern in der Schweiz ab.
Hintergrund der Absage war, dass der Iran angesichts anhaltender israelischer Feindseligkeiten gegen die Hisbollah im Libanon nicht bereit war, sich zu weiteren Verhandlungen zu verpflichten. US-Aktienindex-Futures gaben im asiatischen Handel nach, was die Risikobereitschaft der Anleger zusätzlich dämpfte.
Südkoreanischer KOSPI mit starken Schwankungen
Der südkoreanische KOSPI verzeichnete am Freitag besonders ausgeprägte Kursbewegungen. Der Index erreichte zunächst ein Rekordhoch von 9.385,59 Punkten, drehte dann jedoch und schloss rund 0,6 Prozent im Minus. Hauptbelastungsfaktor waren Gewinnmitnahmen bei den großen Halbleiterwerten nach einem starken Wochenlauf.
Samsung Electronics verlor dabei fast 2 Prozent. SK Hynix legte zwar 2 Prozent zu, zog sich jedoch deutlich von seinem zuvor im Handelsverlauf erreichten Rekordhoch zurück. Hyundai Motor sank um knapp 1 Prozent, nachdem lokale Medien berichteten, das Unternehmen plane den Erwerb des verbleibenden Anteils von 9,65 Prozent an Boston Dynamics von der SoftBank Group.
Neben den geopolitischen Unsicherheiten belastete auch die Aussicht auf höhere US-Zinsen die Technologiewerte. Die US-Notenbank Federal Reserve hatte Anfang der Woche einen deutlich restriktiveren Ton angeschlagen, als die Märkte erwartet hatten – ein Signal, das Wachstumswerte wie Tech- und Halbleiteraktien traditionell unter Druck setzt.
Japan: Nikkei hält sich, Inflation bleibt verhalten
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Zur AktienanalyseJapans Nikkei 225 zog sich ebenfalls von einem zuvor erreichten Rekordhoch zurück, schloss jedoch noch 0,2 Prozent im Plus. Der breitere TOPIX-Index fiel hingegen um 0,9 Prozent. Frische Inflationsdaten aus Japan zeigten, dass der Verbraucherpreisindex im Mai verhalten blieb – die Kerninflation lag weiterhin unter dem jährlichen Ziel der Bank of Japan von 2 Prozent.
Die VPI-Inflation verharrte auf einem Vierjahrestief, was auf anhaltende staatliche Subventionen zur Abfederung hoher Kraftstoff- und Gaskosten zurückzuführen ist. Die Veröffentlichung erfolgte kurz nach der Zinsentscheidung der Bank of Japan Anfang der Woche, bei der die Notenbank die Zinsen angehoben und vor weiteren Erhöhungen angesichts hartnäckiger Inflation gewarnt hatte.
Während der VPI durch Regierungsmaßnahmen gedrückt blieb, stieg die Inflation des Erzeugerpreisindex in den vergangenen Monaten stark an – ein Trend, der Beobachtern zufolge mittelfristig auf die Verbraucherpreise durchschlagen könnte. Die Kombination aus geopolitischen Risiken, einem hawkishen Fed-Signal und gemischten Konjunkturdaten aus Japan sorgte damit für ein insgesamt vorsichtiges Marktumfeld in Asien.


