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AstraZeneca investiert 50 Milliarden Dollar in USA

Expansion sichert Arbeitsplätze und stärkt US-Standort trotz möglicher Zollpolitik

AstraZeneca investiert 50 Milliarden Dollar in USA

Mitten in der Debatte um neue US-Zölle auf importierte Arzneimittel kündigt AstraZeneca eine der größten Einzelinvestitionen seiner Geschichte an. Der schwedisch-britische Pharmakonzern will bis 2030 rund 50 Milliarden US-Dollar in den Vereinigten Staaten investieren. Wie Vorstandschef Pascal Soriot in Washington erklärte, sollen die Mittel unter anderem in Forschungseinrichtungen sowie den Ausbau von Produktionskapazitäten fließen. Ziel sei es, die Marktstellung des Unternehmens in den USA weiter auszubauen und langfristig zehntausende neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Derzeit beschäftigt AstraZeneca rund 18.000 Mitarbeiter in den Vereinigten Staaten, weltweit sind es etwa 90.000. Mit der Ankündigung reiht sich der Konzern in eine Reihe großer Pharmaunternehmen wie Roche, Eli Lilly, Johnson & Johnson, Novartis und Sanofi ein, die bereits ähnliche Expansionspläne in den USA vorgelegt haben. Der Schritt erfolgt in einem angespannten politischen Umfeld. US-Präsident Donald Trump hat die Branche mehrfach aufgefordert, Medikamente vermehrt im eigenen Land zu produzieren, statt sie zu importieren. Das Handelsministerium untersucht derzeit die Lieferketten der Pharmaindustrie – ein möglicher Vorbote neuer Importzölle.

Auch Virginias Gouverneur Glenn Youngkin, ein erklärter Unterstützer Trumps, war bei der Ankündigung in Washington anwesend. Dass Zeitpunkt und Ort der Bekanntgabe in dieses politische Umfeld fallen, sei laut AstraZeneca kein Zufall. Dennoch betonte der Konzern, ein Teil der Investitionen sei ohnehin geplant gewesen, um Infrastruktur für künftige Medikamente bereitzustellen. Die jetzt angekündigten Ausgaben kommen zu bereits zugesagten 3,5 Milliarden Dollar hinzu, die Ende 2024 veröffentlicht worden waren.

AstraZeneca verfolgt mit der Expansion auch klare wirtschaftliche Ziele: Der Jahresumsatz soll bis 2030 auf 80 Milliarden Dollar steigen, rund die Hälfte davon aus dem US-Markt. 2024 lag der US-Anteil am Gesamtumsatz noch bei etwa 40 Prozent. Der amerikanische Pharmamarkt gilt mit einem Volumen von rund 635 Milliarden Dollar als der größte weltweit.

Während der Konzern in den USA massiv investiert, äußerte er sich zuletzt mehrfach kritisch zur Investitionspolitik in Großbritannien. Anfang des Jahres zog AstraZeneca Pläne für eine Investition von umgerechnet 520 Millionen Euro in die Impfstoffproduktion in Nordengland zurück – unter Verweis auf gekürzte staatliche Fördermittel. Zudem wurde jüngst spekuliert, das Unternehmen könnte seine Börsennotierung von London in die Vereinigten Staaten verlegen. AstraZeneca ist derzeit das wertvollste Unternehmen an der Londoner Börse.

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