AstraZeneca und GSK: Zulassung und Gerichtsurteil vor Londoner Börsenstart
AstraZeneca erhält FDA-Zulassung für Lupus-Selbstinjektion, GSK meldet Teilabweisung einer Klage gegen Tochter Tesaro.

Zwei der größten britischen Pharmaunternehmen stehen am 27. April 2026 im Fokus der Anleger: AstraZeneca meldet eine neue US-Zulassung für sein Lupus-Medikament Saphnelo, während GSK über ein Gerichtsurteil in einem laufenden Rechtsstreit informiert. Beide Meldungen kamen vor der Eröffnung des Londoner Aktienmarktes, wo der FTSE 100 mit einem leichten Minus von 0,1 Prozent bei 10.370,98 Punkten erwartet wurde.
Das britische Pfund zeigte sich fester und notierte bei 1,3530 US-Dollar, gegenüber 1,3497 US-Dollar zum vorherigen Handelsschluss der Londoner Aktienmärkte.
AstraZeneca: FDA genehmigt Saphnelo-Autoinjektor
AstraZeneca, mit Hauptsitz in Cambridge, England, gab bekannt, dass die US-Arzneimittelbehörde FDA eine einmal wöchentlich subkutan zu verabreichende Version seines Lupus-Medikaments Saphnelo zugelassen hat. Die neue Darreichungsform über einen Autoinjektor ermöglicht es erwachsenen Patienten mit systemischem Lupus erythematodes, die Behandlung zusätzlich zur Standardtherapie selbst anzuwenden – ohne den Gang in eine Klinik für eine Infusion.
Die Zulassung basiert auf den Ergebnissen der Phase-III-Studie TULIP-SC, die eine statistisch signifikante Verringerung der Krankheitsaktivität gegenüber Placebo zeigte. Das Sicherheitsprofil des neuen Autoinjektors entspricht dabei der bereits bekannten intravenösen Formulierung. Saphnelo ist bereits in mehr als 70 Ländern als Infusion zugelassen, und weltweit wurden bislang über 40.000 Patienten mit dem Medikament behandelt. Der neue Saphnelo-Pen soll den Zugang und den Komfort für die Patienten weiter verbessern.
GSK: Teilabweisung der Klage gegen Tesaro
GSK berichtete, dass der Delaware Chancery Court dem Antrag von AnaptysBio Inc. auf Abweisung einer Klage gegen die GSK-Tochtergesellschaft Tesaro wegen vorzeitigen Vertragsbruchs stattgegeben hat. Das Urteil befasst sich jedoch ausdrücklich nicht mit der Begründetheit des eigentlichen Vertragsstreits und hat keine Auswirkungen auf die verbleibende Feststellungsklage von Tesaro.
Im Kern des Streits steht eine Lizenzvereinbarung aus dem Jahr 2014 für Dostarlimab, das unter dem Markennamen Jemperli vermarktet wird. AnaptysBio hatte den Widerruf dieser Vereinbarung angestrebt. GSK erklärte, dass Tesaro den Fall im Hauptverfahren weiterverfolgt und an der Auffassung festhält, dass die Vorwürfe unbegründet sind. Jemperli ist in mehr als 35 Ländern für bestimmte Arten von Endometriumkarzinomen zugelassen und verzeichnet weiterhin Wachstum.
Harworth Group: Microsoft-Rechenzentrum in Leeds genehmigt
Auch abseits der Pharmawelt gab es bedeutende Unternehmensnachrichten: Die Harworth Group, ein in Rotherham, South Yorkshire, ansässiger Entwickler von Flächen für nachhaltige Projekte, erhielt die Planungsgenehmigung für ein großes Rechenzentrumsprojekt in Leeds gemeinsam mit Microsoft. Der Planungsausschuss des Stadtrats von Leeds stimmte einem Hyperscale-Rechenzentrumscampus in Skelton Grange zu, der rund 500.000 Quadratfuß auf drei Rechenzentrumshallen sowie etwa 160.000 Quadratfuß an Industrie- und Logistikflächen umfasst.
Die Genehmigung stellt einen Fortschritt auf dem Weg zum Abschluss der zweiten Phase des Grundstücksverkaufs an Microsoft dar. Im Jahr 2024 erfolgte bereits ein erster Verkauf von 27 Acres für 51,2 Millionen Pfund. Die zweite Phase umfasst 21 Acres und soll nach Abschluss weitere 53,2 Millionen Pfund generieren. Harworth-CEO Lynda Shillaw erklärte: „Unser Portfolio an erschlossenen Grundstücken verfügt neben unserem Standort Skelton Grange über weitere 0,8 GW an Stromanschlüssen und ist gut positioniert, um die Nachfrage aus dem Rechenzentrumssektor und anderen energieintensiven Branchen zu bedienen."
Das Unternehmen fügte hinzu, dass die umfassendere Erschließung Inlandsinvestitionen in Höhe von rund 4 Milliarden Pfund bringen könnte und weitere Wachstumschancen im gesamten Portfolio an erschlossenen Grundstücken unterstützt.
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Zur AktienanalyseWeitere Unternehmensmeldungen im Überblick
Molten Ventures, die technologieorientierte Risikokapitalgesellschaft, erwartet für das Jahr bis zum 31. März einen Anstieg des Nettoinventarwerts je Aktie um 13 Prozent auf rund 760 Pence, verglichen mit 671 Pence im Vorjahr. Der Bruttoportfoliowert stieg um 11 Prozent auf etwa 1,52 Milliarden Pfund, unterstützt durch eine starke Performance im Kernportfolio, einschließlich Revolut und ICEYE. Das Unternehmen gab zudem 38 Millionen Pfund durch Aktienrückkäufe an die Aktionäre zurück.
Vanquis Banking erklärte, das britische Entschädigungsprogramm für Autofinanzierungen nicht anfechten zu wollen und sich auf die Umsetzung zu konzentrieren. Die zuvor offengelegte Rückstellung in Höhe von 3,0 Millionen Pfund für dieses Thema bleibt unverändert. Vanquis folgt damit ähnlichen Entscheidungen von Wettbewerbern wie Barclays, Lloyds Banking und Close Brothers.
Auf der Analystenfront startete Investec die Bewertung von Rentokil Initial mit „Hold" und einem Kursziel von 510 Pence. Die Citigroup senkte Sainsbury auf „Neutral" mit einem neuen Kursziel von 335 Pence, nachdem zuvor ein Kursziel von 377 Pence und eine „Buy"-Empfehlung galten. Das Kursziel für Seplat Energy hob die Citigroup hingegen deutlich auf 655 Pence von zuvor 415 Pence an und behielt die „Buy"-Empfehlung bei.


