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Asundexian-Rückschlag erschüttert Bayer

Pharmakonzern muss Milliardenumsätze neu bewerten und Vertrauensverlust der Investoren überwinden

Asundexian-Rückschlag erschüttert Bayer

Bayer muss nach dem schweren Rückschlag bei der Entwicklung seines Hoffnungsträgers Asundexian seine Umsatzerwartungen drastisch überdenken. Das Pharma- und Agrarunternehmen hatte bislang auf ein Spitzenumsatzpotenzial von mehr als fünf Milliarden Euro für dieses Medikament gesetzt. Doch nach dem Abbruch einer entscheidenden Phase-3-Studie aufgrund von mangelnder Wirksamkeit wird dieses ehrgeizige Ziel nicht mehr erreichbar sein. Bayer-Pharmachef Stefan Oelrich gab bekannt, dass das Unternehmen nun gezwungen sei, das Potenzial von Asundexian neu zu bewerten und erklärte in einer Telefonkonferenz mit Investoren, dass Umsätze mit dem Produkt erst ab dem Jahr 2026 erwartet werden. Allerdings sei es unwahrscheinlich, dass diese Umsätze die Marke von fünf Milliarden Euro erreichen werden.

Bayer hatte Asundexian bisher als sein vielversprechendstes Medikament betrachtet und ihm höhere Umsatzerwartungen als jedem anderen seiner Medikamente zugewiesen. Doch die jüngste Phase-3-Studie, an der 18.000 Teilnehmer teilnahmen und die Asundexian mit dem Konkurrenzmedikament Eliquis verglich, zeigte eine deutlich geringere Wirksamkeit von Asundexian. Dies führte zu einem massiven Einbruch des Aktienkurses und einem Verlust von etwa 8,7 Milliarden Euro an Börsenwert für Bayer.

Besonders enttäuschend war die geringere Wirksamkeit von Asundexian bei Patienten mit Vorhofflimmern und Schlaganfallrisiko, da diese Indikation einen erheblichen Teil des ursprünglich erwarteten Umsatzpotenzials ausmachen sollte. Trotzdem hofft das Unternehmen noch auf positive Ergebnisse aus einer laufenden Phase-3-Studie mit 9300 Probanden, in der Asundexian zur Prävention von ischämischem Schlaganfall getestet wird.

Der neue Vorstandschef von Bayer, Bill Anderson, äußerte sein Bedauern über die jüngsten Ereignisse und betonte, dass das Unternehmen sich der negativen Auswirkungen auf die Investoren bewusst sei. Anderson steht bereits vor der Herausforderung, das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen, das während der Übernahme von Monsanto und der Klagewelle in den USA wegen angeblich krebserregender Wirkung des Herbizids Glyphosat schwer gelitten hat. Trotz der jüngsten Rückschläge plant Anderson keine Änderungen in der Konzernstruktur, sondern sieht weiterhin die Beibehaltung der drei Divisionen sowie eine mögliche Trennung vom Consumer-Health-Geschäft oder der Agrarsparte als Optionen. Allerdings warnte er vor möglichen Liquiditätsproblemen, die sich auf die Zukunft des Unternehmens auswirken könnten.

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