Australien hält an Rohstoff-Strategie fest trotz US-Kurswechsel
Seltene Erden-Aktien fallen nach Trump-Entscheidung, Canberra bleibt bei Reserve-Plänen

Die australische Regierung lässt sich nicht von ihrem Kurs abbringen: Trotz des Rückzugs der Trump-Administration von geplanten Preisuntergrenzen für kritische Mineralien hält Canberra an seiner strategischen Reserve fest. Dies bekräftigte Rohstoffministerin Madeleine King am Freitag gegenüber Sky News, nachdem die Aktien australischer Seltene-Erden-Produzenten deutlich unter Druck geraten waren.
Lynas Rare Earths, der weltweit größte Produzent seltener Erden außerhalb Chinas, verzeichnete einen Kursverlust von mehr als vier Prozent. Die Branche reagierte damit auf Berichte von Reuters, wonach die US-Regierung ihre Pläne für Mindestpreise aufgegeben hat. Als Gründe wurden fehlende Kongressmittel und die Komplexität der Preisfestlegung genannt.
Strategische Reserve im Milliarden-Wert
Australien plant den Aufbau einer strategischen Reserve kritischer Mineralien im Wert von 1,2 Milliarden australischen Dollar (rund 840 Millionen US-Dollar). Die Reserve soll Antimon, Gallium und Seltene-Erden-Elemente umfassen – Rohstoffe, die besonders anfällig für Lieferunterbrechungen sind. Die Fertigstellung ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant.
"Das wird Australien nicht davon abhalten, unser strategisches Reserveprogramm weiterzuverfolgen", betonte Ministerin King. Das Land positioniert sich damit als Alternative zu China, das den Weltmarkt für kritische Mineralien dominiert. Diese Rohstoffe sind unverzichtbar für die Automobil- und Verteidigungsindustrie.
Preisuntergrenzen bleiben im Gespräch
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Zur AktienanalyseTrotz des US-Rückzugs erwägt Canberra weiterhin die Einführung eigener Preisuntergrenzen zur Unterstützung lokaler Projekte. "Eine Preisuntergrenze wird einer der Mechanismen sein, und zwar durch Abnahmevereinbarungen", erklärte King. Die Regierung sei entschlossen sicherzustellen, dass sowohl die Reserve als auch eventuelle Preisgarantien einen Mehrwert für die Steuerzahler bieten.
Die USA hatten laut King bislang nur für ein einziges Projekt eine Preisuntergrenze eingeführt – ein Schritt, der nun rückgängig gemacht wurde. Australien beobachte die Entwicklung genau, lasse sich aber nicht von seinen eigenen strategischen Zielen abbringen.


