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Australien plant Rettung für Aluminiumhütte Tomago

Langfristiger Stromvertrag soll Betrieb über 2028 hinaus sichern

Australien plant Rettung für Aluminiumhütte Tomago

Der australische Premierminister Anthony Albanese hat am Freitag ein Rettungsvorhaben angekündigt, um Australiens größte Aluminiumhütte Tomago auch über das Jahr 2028 hinaus in Betrieb zu halten. Die Anlage im Bundesstaat New South Wales, die mehrheitlich dem Bergbaukonzern Rio Tinto gehört, steht vor erheblichen Herausforderungen, da der bestehende Stromliefervertrag in drei Jahren ausläuft. Bereits im Oktober hatte das Unternehmen davor gewarnt, dass der Standort ohne eine neue, bezahlbare Energieversorgung vor der Schließung stehen könnte.

Tomago Aluminium beschäftigt mehr als 1.000 Vollzeitkräfte sowie rund 200 externe Auftragnehmer und gilt als einer der bedeutendsten industriellen Arbeitgeber der Region nördlich von Sydney. Albanese betonte bei seinem Besuch der Anlage, Aluminium sei ein zunehmend unverzichtbares Produkt für zahlreiche nachgelagerte Industrien. Ein Wegfall der heimischen Produktion hätte spürbare Auswirkungen auf andere Wirtschaftsbereiche, weshalb die Regierung ein starkes Interesse am Fortbestand des Standorts habe.

Geplant ist, gemeinsam mit der Regierung von New South Wales eine langfristige Lösung für die Energieversorgung zu erarbeiten. Kern des noch nicht finalisierten Abkommens ist die Sicherung einer langfristigen Stromlieferung zu festen Preisen, um Planungssicherheit für den energieintensiven Betrieb zu schaffen. Tomago gilt als größter einzelner Stromverbraucher des Bundesstaates und war ursprünglich in einer Zeit errichtet worden, als günstige Kohleenergie in großen Mengen verfügbar war.

Der Vorstandsvorsitzende von Rio Tinto, Simon Trott, erklärte, die erzielten Fortschritte seien das Ergebnis jahrelanger Zusammenarbeit zwischen Tomago und seinen Joint-Venture-Partnern. Ziel sei es gewesen, eine der komplexesten energiepolitischen Herausforderungen der australischen Industrie zu bewältigen. Auch Tomagos Geschäftsführer Jerome Dozol begrüßte die Unterstützung durch die Bundesregierung und die Regierung von New South Wales.

Im Gegenzug soll Tomago im Rahmen der Vereinbarung mindestens eine Milliarde australische Dollar in Kapital- und Instandhaltungsmaßnahmen investieren. Diese Mittel sollen sich über die kommenden zehn Jahre erstrecken und auch die Identifizierung von Dekarbonisierungsmöglichkeiten umfassen. Zusätzlich will der Staat über zinsgünstige Finanzierungsmodelle den Ausbau von erneuerbarer Stromerzeugung und Energiespeichern beschleunigen.

Industrie­minister Tim Ayres erklärte, die Gesamtkosten des Pakets würden derzeit noch geprüft. Unterstützung erhielt das Vorhaben auch von der Australian Workers’ Union, die das Abkommen als wichtigen Schritt für die Zukunft der industriellen Fertigung bezeichnete. Tomago reiht sich damit in eine Serie von Industrieunternehmen ein, die zuletzt staatliche Unterstützung erhielten, um den Fortbestand energieintensiver Produktionsstandorte in Australien zu sichern.

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