Australien und China kooperieren bei Energiesicherheit wegen Iran-Konflikt
Premierminister Albanese und Chinas Li Qiang beraten telefonisch über Energiesicherheit, während der Iran-Krieg globale Märkte destabilisiert.

Der australische Premierminister Anthony Albanese hat am Dienstag ein Telefongespräch mit dem chinesischen Ministerpräsidenten Li Qiang geführt. Anlass war die wachsende Unsicherheit auf den globalen Energiemärkten infolge des Krieges im Iran. Beide Regierungschefs vereinbarten dabei, ihre zwischenstaatliche Kommunikation zu intensivieren, um die regionale Energiesicherheit zu stützen.
Laut einer offiziellen Erklärung aus dem Büro von Albanese soll der Dialog zwischen beiden Ländern auf höchster Ebene ausgebaut werden. „Engagement und Dialog zwischen Australien und China auf höchster Ebene sind von zentraler Bedeutung für eine reife, stabile und konstruktive Beziehung", heißt es darin. Albanese betonte zugleich, Australien werde mit China zusammenarbeiten, „wo wir können, widersprechen, wo wir müssen, und uns im nationalen Interesse engagieren".
Flüssigerdgas im Mittelpunkt der Handelsbeziehung
Die enge Abstimmung zwischen Canberra und Peking ist vor dem Hintergrund ihrer wirtschaftlichen Verflechtung besonders bedeutsam. China ist Australiens wichtigster Handelspartner, und Flüssigerdgas (LNG) zählt zu den bedeutendsten australischen Exportgütern nach China. Störungen auf den globalen Energiemärkten treffen damit beide Länder unmittelbar – wenn auch aus unterschiedlichen Perspektiven: Australien als Exporteur, China als einer der weltgrößten Energieimporteure.
Der Iran-Konflikt hat die Nervosität an den internationalen Energiemärkten spürbar erhöht. Die Region rund um den Persischen Golf gilt als eine der wichtigsten Transitrouten für globale Öl- und Gaslieferungen. Störungen dort wirken sich rasch auf Preise und Versorgungssicherheit weltweit aus – und damit auch auf Länder wie Australien und China, die stark in den globalen Energiehandel eingebunden sind.
Geplanter APEC-Besuch im November
Albanese kündigte zudem an, China im November anlässlich des APEC-Gipfels zu besuchen, um dort erneut mit Li Qiang zusammenzutreffen. Das APEC-Forum (Asia-Pacific Economic Cooperation) bringt die führenden Volkswirtschaften des Pazifikraums zusammen und bietet einen wichtigen Rahmen für bilaterale Gespräche am Rande des Gipfels.
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Zur AktienanalyseDas Telefonat unterstreicht den Willen beider Seiten, trotz bestehender politischer Differenzen pragmatisch zu kooperieren. Australien und China hatten in den vergangenen Jahren eine turbulente Phase in ihren Beziehungen durchlebt, die von Handelsstreitigkeiten und diplomatischen Spannungen geprägt war. Die nun signalisierte Bereitschaft zur verstärkten Kommunikation – gerade in einer geopolitisch angespannten Lage – wird von Beobachtern als positives Signal für die Stabilisierung der bilateralen Beziehungen gewertet.
Für deutsche und europäische Anleger ist die Entwicklung relevant, da Spannungen rund um den Iran und mögliche Lieferunterbrechungen bei Öl und Gas die globalen Energiepreise beeinflussen können. Eine koordinierte Reaktion großer Verbraucher- und Produzentenländer wie China und Australien kann dazu beitragen, Marktverwerfungen abzufedern.


