Australien will Vorreiterrolle bei Wasserstoff übernehmen
Das Land möchte sich als wichtiger Hub für die Wasserstoffforschung positionieren.

In den letzten zehn Jahren galt die Europäische Union weithin als Vorreiter auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien, und die vor kurzem eingeleitete neue Wasserstoffstrategie hat nur dazu gedient, ihre Referenzen zu festigen. Die EU hat einen sehr ehrgeizigen Plan, bis 2030 40 Gigawatt Elektrolyseure innerhalb ihrer Grenzen zu installieren und die Entwicklung von weiteren 40 Gigawatt grünen Wasserstoffs in nahe gelegenen Ländern zu unterstützen, der in die EU exportiert werden kann. Das ist gut das 320-fache der derzeit weltweit installierten Kapazität von 250 MW. Doch ein Wüstenstaat könnte die Wasserstoffpläne der EU bald als langweilig erscheinen lassen: Australien entwickelt im Alleingang ein Monsterprojekt mit 15.000 Megawatt, das Wasserstoff für den Export erzeugen wird und den trockensten Kontinent der Welt zum "Saudi-Arabien der erneuerbaren Energien" machen könnte. Das 20 Milliarden Dollar teure Projekt, das als asiatischer Knotenpunkt für erneuerbare Energien bezeichnet wird, soll zum weltweit größten Wind-Solar-Hybrid werden, wobei die riesigen Mengen an erzeugter erneuerbarer Energie zur Herstellung von Wasserstoff für den Export genutzt werden sollen. Es ist ein klassisches Beispiel für den endgültigen Aufschwung der Wasserstoffwirtschaft, wobei einige Experten voraussagen, dass Wasserstoff bald eine weltweit gehandelte Energiequelle werden könnte, genau wie Öl und Gas. Als Teil des Megaprojekts wird in Westaustralien in der abgelegenen Stadt Kalbarri vor der Küste des Indischen Ozeans, etwa 2.715 Meilen von Sydney entfernt, ein 5.000-Megawatt-Wasserstoffexportbetrieb mit erneuerbaren Energien entwickelt. Angesichts der Herausforderungen beim Transport von Wasserstoff zielt die erste Phase des Kalbarri-Projekts jedoch zunächst darauf ab, den Wasserstoff direkt mit Erdgas zu mischen, um seinen Kohlenstoff-Fußabdruck zu verringern. Zu Beginn des Jahres war Großbritannien eines der ersten Länder, das die Netzeinspeisung von Wasserstoff erfolgreich umsetzte, wobei das Land das Gas in sein Erdgasnetz einspritzte, um eine 20%ige Wasserstoff/Erdgas-Mischung herzustellen - die höchste in Europa. Eine 20-prozentige Volumenmischung ermöglicht es den Kunden, ihre bestehenden Gasgeräte und Erdgasleitungen weiterhin zu nutzen, ohne dass zusätzliche Anpassungen erforderlich sind. Nach Angaben von ITM Power, dem Unternehmen, das ein Pilotprojekt an der Keele University durchführt, könnte eine 20%ige Wasserstoffmischung, die im ganzen Land eingeführt wird, jährlich ~6 Millionen Tonnen CO2-Emissionen einsparen, was in etwa dem Äquivalent von 2,5 Millionen Autos entspricht, die von den Straßen genommen werden.
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