Axel Springer formt neue Premium-Gruppe für Qualitätsjournalismus
Strategische Neuausrichtung mit Führungswechseln und Fokus auf digitale Medienzukunft

Stefan Aust beendet seine Tätigkeit als Herausgeber der Welt-Gruppe und wird Autor des Hauses bleiben. Seine Nachfolge tritt Ulf Poschardt an, der eine neue Dachmarke mit den Bereichen Welt, Politico Deutschland und Business Insider Deutschland übernehmen wird. Diese Veränderungen sind Teil einer umfassenderen strategischen Neuausrichtung des Axel-Springer-Konzerns, der die drei journalistischen Marken unter der Bezeichnung „Premium-Gruppe“ stärker verknüpfen möchte. Ziel ist es, über 40 Millionen Nutzer pro Monat zu erreichen und dabei die journalistische Eigenständigkeit der Marken zu bewahren.
Die Welt-Gruppe wird innerhalb der neuen Dachmarke als Kompetenzzentrum für Bewegtbild fungieren, während Politico Deutschland und Business Insider Deutschland sich auf investigative Politik- und Wirtschaftsberichterstattung konzentrieren. Die Integration dieser Bereiche soll durch spezifische Inhalte und neue Eventformate gestärkt werden. Jan Philipp Burgard wird Chefredakteur der Welt-Gruppe, während Jacques Schuster die Leitung der Welt am Sonntag übernimmt. Politico Deutschland und Business Insider Deutschland erweitern zudem ihre redaktionellen Teams, wobei unter anderem Klaus Geiger und Moritz Seyffarth neue Führungspositionen übernehmen.
Neben der personellen und inhaltlichen Neustrukturierung plant der Konzern, auch neue Kommunikationslösungen für die Werbewirtschaft zu entwickeln, die das Premium-Segment stärken sollen. Springer-Manager Peter Würtenberger wird die Leitung der Premium-Gruppe übernehmen. Vorstandsvorsitzender Mathias Döpfner bezeichnete die Gründung der Premium-Gruppe als wegweisend für die Zukunft des Qualitätsjournalismus und betonte die Absicht, die Welt-Gruppe als intellektuelles Leitmedium zu etablieren.
Im Zuge der Neuorganisation wird Axel Springer auch sein Eigentumsverhältnis ändern. Der Medienbereich wird künftig von Friede Springer und Mathias Döpfner gehalten, während Rubrikengeschäfte mit Job- und Immobilienportalen abgetrennt werden. Perspektivisch strebt der Konzern an, sich vom gedruckten Zeitungsgeschäft zu verabschieden und vollständig digital zu agieren. Die Umsetzung dieser Pläne hängt von behördlichen Genehmigungen ab, wobei die Transaktion im zweiten Quartal 2025 abgeschlossen sein soll.
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Zur AktienanalyseDie Veränderungen stehen in einer Reihe mit früheren Entwicklungen, wie der Integration von N24 in die Welt-Gruppe. Mit der neuen Strategie verfolgt der Konzern das Ziel, sowohl journalistische als auch wirtschaftliche Impulse zu setzen und sich als führendes digitales Medienunternehmen zu positionieren.


