Axel Springer wird zum reinen Familienunternehmen
Aufspaltung des Kleinanzeigengeschäfts stärkt US-Wachstum und digitale Neuausrichtung

Der Axel-Springer-Konzern hat Pläne zur Aufspaltung seiner Geschäfte bekannt gegeben. Das Mediengeschäft, zu dem unter anderem die Boulevardzeitung „Bild“, die „Welt“ und „Politico“ gehören, wird künftig vollständig unter der Kontrolle von Springer-Chef Mathias Döpfner und der Verlegerfamilie Springer bleiben. Damit wird Axel Springer zu einem reinen Familienunternehmen. Der weitaus profitablere Bereich der Kleinanzeigen, insbesondere Jobportale wie Stepstone und Immobilienportale wie Aviv, wird in einem neuen Joint Venture ausgegliedert. Die Mehrheit an diesem Bereich übernehmen der US-Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts (KKR) sowie der kanadische Pensionsfonds CPP Investments.
Die Aufspaltung des Konzerns steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen und soll im zweiten Quartal 2025 vollzogen werden. Durch diese Strukturveränderung soll das Unternehmen in den verschiedenen Geschäftsbereichen optimal für zukünftiges Wachstum aufgestellt werden. Axel Springer wird Co-Minderheitsaktionär des neuen Joint Ventures bleiben, und es ist geplant, dass auch die Enkel des Firmengründers wirtschaftlich beteiligt werden. Die genaue Beteiligung der Enkel sowie die zukünftige Namensgebung des ausgegliederten Unternehmens wurden noch nicht festgelegt.
Mathias Döpfner, der seit 2002 als Vorstandsvorsitzender des Unternehmens tätig ist, betonte, dass die neue Struktur ideale Voraussetzungen für den Erfolg des Journalismus biete. Friede Springer, die Witwe des Firmengründers Axel Springer, zeigte sich erfreut darüber, dass das Unternehmen wieder vollständig in Familienbesitz übergeht. Der strategische Partner KKR, der seit 2019 im Unternehmen engagiert ist, wird sich nach einer Kooperation von fünf bis sieben Jahren wieder aus dem Konzern zurückziehen.
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Zur AktienanalyseAxel Springer verfolgt unter Döpfners Führung ambitionierte Wachstumspläne, vor allem in den USA. Bereits 2021 wurde die US-Mediengruppe „Politico“ übernommen, die größte Akquisition in der Firmengeschichte. Weitere Zukäufe in den USA sind möglich, und langfristig plant der Konzern, sich vom gedruckten Zeitungsgeschäft zu verabschieden und ein reines Digitalunternehmen zu werden. Auch in Deutschland setzt Axel Springer verstärkt auf digitale Geschäftsmodelle. Vor Kurzem gab es jedoch einen Sparkurs bei den deutschen Medienmarken des Konzerns, der rund 18.000 Mitarbeiter beschäftigt.


