Bahrain-Anleihen erholen sich dank starker regionaler Unterstützung
Nach einem zweiwöchigen Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran legen Bahrains Staatsanleihen deutlich zu.

Bahrains Staatsanleihen haben sich nach einem zweiwöchigen Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran merklich erholt. Laut Basel Al-Waqayan, Stratege für festverzinsliche Wertpapiere bei Bloomberg Intelligence, verzeichneten mittelfristige und langlaufende Wertpapiere optionsbereinigte Spreads, die enger als das Niveau vor dem Krieg lagen. Das ist ein deutliches Signal für das wiedergewonnene Vertrauen der Investoren in den Golfstaat.
Der Konflikt hatte Bahrain besonders hart getroffen. Der Golfstaat, in dem sich das Hauptquartier des US Naval Forces Central Command befindet, sah sich nach dem Ausbruch des Iran-Krieges am 28. Februar Raketen- und Drohnenangriffen ausgesetzt. Der Krieg verschärfte dabei bereits bestehende strukturelle Herausforderungen: Bahrain trägt eine Schuldenlast von rund 140 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und verfügt über begrenzte Währungsreserven.
Lokale Finanzierungskanäle blieben stabil
Trotz der militärischen Eskalation blieben die lokalen Finanzierungskanäle während des Konflikts funktionsfähig. Die Zentralbank von Bahrain berichtete, dass die Emissionen von Schatzanweisungen im vergangenen Monat vollständig gezeichnet oder sogar überzeichnet waren. Besonders bemerkenswert: Ein Sukuk-Verkauf am 6. April war um 225 Prozent überzeichnet – ein starkes Zeichen für das anhaltende Anlegerinteresse trotz geopolitischer Unsicherheit.
Sukuk sind islamische Anleihen, die nach den Grundsätzen des Scharia-Rechts strukturiert sind und keine klassischen Zinszahlungen vorsehen. Sie spielen im Finanzierungsmix vieler Golfstaaten eine zentrale Rolle und gelten als wichtiger Indikator für das Marktvertrauen in der Region.
VAE-Währungsswap und unbegrenzte Liquidität stützen Bahrain
Entscheidend für die Stabilisierung war auch die regionale Unterstützung. Am 8. April unterzeichneten die Zentralbank von Bahrain und ihr Pendant aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ein auf fünf Jahre angelegtes Währungsswap-Abkommen über 20 Milliarden Dirham – umgerechnet rund 5,4 Milliarden US-Dollar. Das Abkommen verschafft den Geschäftsbanken Bahrains Zugang zu zusätzlicher Liquidität und stärkt die Widerstandsfähigkeit des Finanzsystems.
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Zur AktienanalyseAm darauffolgenden Montag kündigte die Zentralbank von Bahrain weitere Unterstützungsmaßnahmen für Kreditinstitute an, darunter Kreditstundungen für betroffene Schuldner. Darüber hinaus wird die Zentralbank den Geschäftsbanken für einen Zeitraum von sechs Monaten unbegrenzte Liquidität in Dinar zur Verfügung stellen – gegen Hinterlegung anrechenbarer Sicherheiten bis zu einer aktuellen Obergrenze von 7 Milliarden Dinar, was etwa 18,6 Milliarden US-Dollar entspricht.
Für deutsche Anleger, die in Schwellenländeranleihen oder Golfstaaten-Papiere investiert sind, verdeutlicht die Entwicklung in Bahrain, wie schnell geopolitische Schocks durch koordinierte staatliche und regionale Maßnahmen abgefedert werden können. Die enge wirtschaftliche Vernetzung der Golfstaaten untereinander erweist sich dabei als wichtiger Stabilitätsanker – auch in Krisenzeiten.

