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Baidu reagiert mit umfangreichen Stellenkürzungen

Konzern priorisiert KI und Cloud nach Verlusten und sinkenden Werbeerlösen

Baidu reagiert mit umfangreichen Stellenkürzungen

Chinas Technologiekonzern Baidu hat in der vergangenen Woche mit umfangreichen Stellenstreichungen in mehreren Geschäftsbereichen begonnen. Dies geschieht vor dem Hintergrund verschärfter Konkurrenz im Bereich der künstlichen Intelligenz sowie rückläufiger Werbeerlöse, nachdem das Unternehmen Mitte November für das dritte Quartal einen Verlust gemeldet hatte. Intern werden die Einschnitte als groß angelegt beschrieben, wobei die Zahl der betroffenen Stellen je nach Einheit und Leistungsbeurteilung stark variiert. In einzelnen Teams könnten bis zu 40% der Arbeitsplätze wegfallen.

Besonders betroffen ist den vorliegenden Informationen zufolge die Mobile-Ecosystem-Sparte. Trotz der Einschnitte werden Positionen, die unmittelbar mit künstlicher Intelligenz und Cloud-Computing verknüpft sind, überwiegend geschützt. Nach Angaben mehrerer mit den internen Abläufen vertrauter Personen sollen vielmehr zusätzliche Ressourcen in diesen Bereichen gebündelt werden. Das Unternehmen kommentierte die Berichte bislang nicht.

Baidus Personalstärke nahm bereits in den vergangenen Jahren ab. Ende des vergangenen Jahres beschäftigte das Unternehmen rund 35.900 Mitarbeitende, nachdem es 2023 noch 39.800 und im Jahr davor 41.300 waren. Die jüngsten Kürzungen folgen auf den zweiten aufeinanderfolgenden Rückgang der Quartalsumsätze. Der Gesamterlös verringerte sich im dritten Quartal um 7%, während die Online-Werbeeinnahmen um 18% zurückgingen. Zugleich wies Baidu für denselben Zeitraum einen Verlust von 11,23 Milliarden Yuan aus.

Trotz jahrelanger Investitionen in künstliche Intelligenz hat der Konzern bislang keinen nachhaltigen Aufschwung seines Kerngeschäfts erreicht. In der Online-Werbung verliert Baidu zunehmend Marktanteile an Plattformen wie RedNote und ByteDance’s Douyin. Auch im Wettbewerb um KI-Modelle gelang es dem Unternehmen nicht, seine frühere Führungsposition zu behaupten. Obwohl Baidu 2023 als erster großer chinesischer Technologiekonzern einen ChatGPT-ähnlichen Dienst auf den Markt brachte, liegt das firmeneigene Ernie-Modell inzwischen hinter Angeboten von Alibaba und dem Start-up DeepSeek zurück. Die Strategieanpassungen der vergangenen Monate, darunter die teilweise Öffnung des Modells, führten nicht zu einer deutlichen Belebung der Nutzung.

Im September kam die Ernie-Bot-App auf 10,77 Millionen monatlich aktive Nutzer, während ByteDance’s Doubao 150 Millionen und DeepSeek 73,4 Millionen erreichten. Baidu integriert KI-Technologie zunehmend in bestehende Produkte wie die Suchmaschine und gibt an, dass über die Hälfte der mobilen Suchergebnisseiten KI-generierte Inhalte enthält. Stellenabbau gilt in Chinas Internetbranche inzwischen als gängiges Instrument zur Kostenreduzierung. Auch Konkurrenten wie Alibaba und Tencent setzten in früheren Jahren große Sparprogramme um, während internationale Anbieter wie Amazon und IBM ebenfalls weltweite Kürzungen vornehmen.

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