Baillie Gifford Monthly Income: Fonds-Update Juni 2026 im Überblick
Der Baillie Gifford Monthly Income wurde neu in die Wealth Shortlist aufgenommen – trotz schwächerer Gesamtrenditen zuletzt.

Der Baillie Gifford Monthly Income Fonds steht im Mittelpunkt des aktuellen Fonds-Updates von Hargreaves Lansdown. Der Fonds wurde kürzlich in die sogenannte Wealth Shortlist aufgenommen – eine Auswahl von Fonds, die Analysten aufgrund ihres langfristigen Performance-Potenzials empfehlen. Während die erzielten Erträge als gut bewertet werden, fielen die Gesamtrenditen zuletzt schwächer aus.
Der Fonds investiert in drei Anlagebereiche: Aktien, Sachwerte (wie Immobilien und Infrastruktur) sowie Anleihen. Ziel ist es, das an Anleger ausgezahlte Einkommen langfristig stärker zu steigern als den Verbraucherpreisindex (VPI) – ein Maß für die Inflation. Da der Bereich Sachwerte größtenteils aus börsennotierten Unternehmen besteht, ist in der Regel mehr als die Hälfte des Fonds in Aktien investiert.
Portfoliostruktur und Anlagestrategie
Ende April 2026 war das Fondsvermögen wie folgt aufgeteilt: 34,6 % in Aktien, 28,6 % in Sachwerte und 34,4 % in Anleihen – der Rest entfiel auf Barmittel. Langfristig strebt das Managementteam eine Aufteilung von 40 % Aktien, 20 % Sachwerte und 40 % Anleihen an. Der Fonds ist weltweit über 200 bis 300 Einzelanlagen diversifiziert.
Der Anleiheanteil besteht derzeit größtenteils aus Schwellenländeranleihen sowie Unternehmensanleihen, darunter auch Hochzinsanleihen (High Yield Bonds). Diese bieten zwar höhere Erträge, sind jedoch mit einem erhöhten Risiko verbunden. Etwa 5 % des Fonds investiert aktuell in Aktien, die eher auf Kapitalwachstum als auf Dividendeneinkommen ausgerichtet sind – eine Anpassung, um das Potenzial für künftiges Kapitalwachstum zu erhöhen.
Das Managementteam im Detail
Der Fonds wird von vier Managern mit unterschiedlichen Spezialgebieten geleitet: Steven Hay (Leiter der Einkommensanalyse), Nicoleta Dumitru (Multi-Asset-Investmentmanagerin mit Fokus auf Infrastruktur), Lesley Dunn (Leiterin des Credit-Teams) und Jon Stewart (Immobilienspezialist). Stewart kam 2020 zu Baillie Gifford und übernahm Ende Januar 2025 die Rolle als Fondsmanager von James Dow, der weiterhin das Aktienauswahl-Team leitet.
Die breite Aufstellung des Teams gilt als Vorteil: Da mehrere Spezialisten involviert sind, wird das sogenannte Schlüsselpersonenrisiko – also die Abhängigkeit von einem einzelnen Manager – reduziert. Dunn ist als einzige der vier Manager Partnerin des Unternehmens.
Performance und Kosten
Seit seiner Auflegung im September 2018 erzielte der Fonds eine Rendite von 53,29 %, während der Sektordurchschnitt (IA Mixed Investment 40–85 %) bei 58,22 % lag. In den 12 Monaten bis Ende Mai 2026 erzielte der Fonds eine Rendite von 9,84 % und blieb damit hinter dem Sektordurchschnitt zurück. Positiv hervorzuheben ist, dass der Fonds in Marktphasen mit fallenden Kursen konsequent weniger verloren hat als seine Mitbewerber.
Das vom Fonds gezahlte Einkommen ist seit der Auflegung gestiegen, jedoch weniger stark als der VPI. Als Hauptgründe nennt Hargreaves Lansdown die Covid-bedingten Dividendenkürzungen im Jahr 2020 sowie die ungewöhnlich hohe Inflation in den Jahren 2022 und 2023. Die laufende jährliche Gebühr des Fonds beträgt 0,50 %, hinzu kommt eine Plattformgebühr von bis zu 0,35 % pro Jahr.
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Zur AktienanalyseNamensänderung und ESG-Ansatz
Am 31. Januar 2025 wurde der Fonds von „Baillie Gifford Sustainable Income" in „Baillie Gifford Monthly Income" umbenannt. Hintergrund ist, dass der Fonds kein Label gemäß den neuen Sustainability Disclosure Requirements (SDR) der britischen Finanzaufsicht FCA erhalten hat. Der Anlageprozess selbst blieb jedoch unverändert – die zentrale Frage „Ist diese Anlage mit einer nachhaltigen Wirtschaft vereinbar?" bleibt Teil der Investmentphilosophie.
Baillie Gifford ist eine unabhängige private Partnerschaft, die 1908 gegründet wurde und sich im Besitz von Partnern befindet, die Vollzeit im Unternehmen arbeiten. Das Unternehmen zog sich 2024 aus der Net Zero Asset Managers' Initiative und Climate Action 100+ zurück, betonte jedoch, dass dies seinen Ansatz zur Analyse klimabezogener Risiken nicht verändere. Der Fonds investiert nicht in Unternehmen, die Sanktionen des UN-Sicherheitsrates unterliegen oder bestimmte Schwellenwerte bei fossilen Brennstoffen, Tabak oder umstrittenen Waffen überschreiten.


