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Banca d'Italia: Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal 2026 verlangsamt

Italiens Zentralbank meldet schwächeres Wachstum – Investitionen und Konsum gingen zurück, Energiepreise stiegen durch Iran-Krieg stark an.

Banca d'Italia: Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal 2026 verlangsamt

Die italienische Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2026 langsamer gewachsen als in den ersten drei Monaten des Jahres. Das teilte die Banca d'Italia am Freitag mit. Im ersten Quartal hatte das Wachstum noch 0,3 Prozent erreicht.

Als Hauptgründe für die Abschwächung nannte die Zentralbank rückläufige Investitionen sowie einen gesunkenen Konsum der privaten Haushalte. Beide Faktoren belasteten die wirtschaftliche Dynamik in den Frühlingsmonaten spürbar.

Energiepreise durch Iran-Krieg unter Druck

Ein zentrales Thema des Berichtszeitraums war der Konflikt im Nahen Osten. Der Iran-Krieg trieb die Energiepreise stark in die Höhe und vergrößerte damit das strukturelle Energiedefizit Italiens. Das Land ist als Nettoimporteur von Energie besonders anfällig für externe Preisschocks auf den Rohstoffmärkten.

Die Banca d'Italia erwartet, dass das Energiedefizit im Jahr 2026 um etwa einen halben Prozentpunkt des Bruttoinlandsprodukts (BIP) steigen wird. In den Folgejahren soll es jedoch allmählich wieder sinken.

BIP-Prognose bleibt moderat positiv

Trotz der Abschwächung hält die Banca d'Italia an ihrer im Juni veröffentlichten Wachstumsprognose fest. Demnach soll das italienische BIP im Gesamtjahr 2026 auf saison- und arbeitstäglich bereinigter Basis um 0,5 Prozent wachsen. Unter Berücksichtigung der jüngsten Datenrevisionen des nationalen Statistikamts ISTAT würde das Wachstum sogar 0,6 Prozent erreichen.

Diese Revisionen durch ISTAT, das italienische Pendant zum deutschen Statistischen Bundesamt, haben die Ausgangsbasis leicht nach oben korrigiert und verbessern damit das Gesamtbild für das laufende Jahr.

Tourismus nur vorübergehend betroffen

Auch der für Italien wirtschaftlich bedeutende Tourismussektor spürte die Auswirkungen des Nahostkonflikts. Die Zahl der Besucher aus dem Nahen Osten, die rund 2,5 Prozent der Ausgaben ausländischer Touristen in Italien ausmachen, ging im März und April im Vergleich zum Vorjahr stark zurück.

Darüber hinaus sank die Zahl der Besucher von außerhalb der Europäischen Union vorübergehend. Im Mai und Juni erholte sich der Zustrom internationaler Touristen jedoch wieder, sodass die Auswirkungen auf den Sektor insgesamt als temporär eingestuft werden. Für den stark vom Tourismus abhängigen Dienstleistungssektor Italiens ist diese Erholung ein wichtiges Signal.

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