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Bank of America CEO: GLP-1-Kosten und Fed-Zinsprognose im Fokus

Brian Moynihan gibt Einblicke in steigende Gesundheitskosten und erwartet drei Zinserhöhungen der Fed bis Ende 2026.

Bank of America CEO: GLP-1-Kosten und Fed-Zinsprognose im Fokus

Bank of America-Chef Brian Moynihan hat sich zu zwei zentralen Themen geäußert: den steigenden Kosten für GLP-1-Abnehmmedikamente im Unternehmen und seiner Prognose für die US-Geldpolitik. Die Aussagen verdeutlichen, vor welchen Herausforderungen große Finanzinstitute derzeit stehen – intern wie makroökonomisch.

Die Bank gibt nach Angaben Moynihans rund 250 Millionen US-Dollar jährlich für GLP-1-Medikamente wie Ozempic und Wegovy aus. Das entspricht etwa 13 Prozent des gesamten Gesundheitsbudgets von 2 Milliarden US-Dollar, das die Bank für ihre 211.000 Mitarbeiter aufwendet.

GLP-1-Medikamente: Investition in die Gesundheit der Belegschaft

Moynihan verteidigte die Ausgaben als proaktive Maßnahme für die Gesundheit der Belegschaft. Die Bank kombiniert den Zugang zu den Medikamenten mit Gesundheitscoaching, um Gewichtsverlust und Lebensstilanpassungen zu begleiten. Zudem verwies er auf klinische Daten, die auf kurzfristige Vorteile wie eine geringere Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Ereignissen hindeuten.

Gleichzeitig räumte Moynihan finanzielle Risiken ein: Mitarbeiter könnten das Unternehmen verlassen, bevor die langfristigen Einsparungen durch verbesserte Gesundheitsergebnisse realisiert werden. Um die Kosten zu begrenzen, nutzt die Bank ihre Größe, um niedrigere Preise mit Pharmaunternehmen und Pharmacy Benefit Managern auszuhandeln.

Die Herausforderung ist branchenübergreifend. Laut einer Juli-Umfrage des International Foundation of Employee Benefit Plans (IFEBP) machten GLP-1-Medikamente im Jahr 2026 bereits 11,4 Prozent der jährlichen Arbeitgeber-Gesundheitsansprüche aus – ein deutlicher Anstieg gegenüber 6,9 Prozent im Jahr 2023. Derzeit bieten 36 Prozent der befragten Arbeitgeber Versicherungsschutz sowohl für Diabetes als auch für Gewichtsverlust an, wobei die Übernahmerate zuletzt stagnierte. Pharmaunternehmen wie Eli Lilly und Novo Nordisk arbeiten aktiv daran, die Arbeitgeberabdeckung auszuweiten. Eli Lilly etwa hat ein Programm gestartet, das Arbeitgebern eine Netto-Rabattpreise von 449 US-Dollar pro Monat für eine Mehrfachdosis-Form von Zepbound anbietet.

Drei Fed-Zinserhöhungen bis Ende 2026 erwartet

Auf der geldpolitischen Seite zeigte sich Moynihan klar positioniert: Er erwartet, dass die US-Notenbank Federal Reserve noch drei Zinserhöhungen im Jahr 2026 vornehmen wird – konkret im September, Oktober und Dezember. Diese Prognose basiert laut Moynihan auf der Einschätzung des Forschungsteams der Bank, dass der Arbeitsmarkt weiterhin in robuster Verfassung sei und weiterer Handlungsbedarf bei der Inflationsbekämpfung bestehe.

Moynihan zeigte sich zuversichtlich, dass diese drei Schritte die Fed in eine Position bringen würden, in der die FOMC-Mitglieder die Inflation als wirksam eingedämmt betrachten. Zudem beobachtete er eine Annäherung der Ausgabenmuster zwischen einkommensstarken und einkommensschwachen Verbrauchern – ein Trend, den er als positives wirtschaftliches Signal wertete.

Breiterer Finanzkontext: Wohnungsmarkt und internationale Banken

Neben den internen Themen lieferte Moynihan auch Einblicke in das breitere wirtschaftliche Umfeld. Der kalifornische Wohnungsmarkt bleibt angespannt: Laut der California Association of Realtors konnten sich im zweiten Quartal 2026 nur 19 Prozent der Haushalte ein Haus zum Medianpreis von 916.750 US-Dollar leisten. Das ist zwar eine leichte Verbesserung gegenüber 17 Prozent im zweiten Quartal 2025, aber ein Rückgang gegenüber 22 Prozent im ersten Quartal 2026.

Auch internationale Wettbewerber stehen unter Druck. HSBC-Aktien verloren zuletzt 4,6 Prozent in London, nachdem UBS-Analysten darauf hinwiesen, dass steigende Investitionskosten die Ertragsgewinne im Wealth-Management-Segment der britischen Großbank aufzehren könnten. Die UBS-Analysten ließen ihre Gewinnschätzungen für HSBC für die Jahre 2026 bis 2028 unverändert.

Die Aussagen Moynihans zeigen exemplarisch, wie Führungskräfte großer Finanzinstitute heute gleichzeitig interne Kostentreiber wie moderne Gesundheitsleistungen und externe makroökonomische Entwicklungen im Blick behalten müssen. Für deutsche Anleger, die in US-Bankaktien investiert sind, liefern diese Einblicke wichtige Orientierungspunkte für die weitere Entwicklung des Sektors.

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