Bank of America empfiehlt Short-Position auf EUR/BRL – Real unterbewertet
Die Bank of America setzt auf einen stärkeren brasilianischen Real und eröffnet eine Short-Position auf EUR/BRL bei 5,80.

Die Bank of America (BofA) blickt zunehmend optimistisch auf den brasilianischen Real und empfiehlt ihren Kunden, den Währungskurs EUR/BRL bei 5,80 zu shorten. Als wesentliche Treiber nennt das Institut verbesserte Terms of Trade sowie steigende Realzinsen, die die brasilianische Währung nachhaltig stützen sollen.
Der globale Rohstoffpreisschock hat Brasilien als rohstoffreiches Schwellenland besonders begünstigt. Die Terms of Trade des Landes haben sich deutlich verbessert – laut BofA zählen die Zuwächse zu den stärksten unter allen Schwellenländern. Höhere Öl- und Agrarpreise schlagen sich direkt in den Exporterlösen nieder: Die Exporte in US-Dollar liegen aktuell 10 bis 20 Prozent über dem Vorjahresniveau.
Langfristig erwartet die Bank of America eine weitere Verbesserung der Leistungsbilanz. Bis 2026 soll sich diese um rund 11 Milliarden US-Dollar verbessern – ein erheblicher Puffer für die Währungsstabilität.
Hohe Realzinsen als zusätzlicher Rückenwind
Neben den Handelsvorteilen spielt die brasilianische Geldpolitik eine entscheidende Rolle. Die vorsichtige Haltung der Zentralbank hat dazu geführt, dass die Zinsen stärker gestiegen sind als die Inflation. Dadurch hat sich der sogenannte Real-Carry – also die Attraktivität des Reals für zinsorientierte Investoren – deutlich erhöht.
Brasilien weist nun einen der höchsten und am schnellsten steigenden realen Terminzinsen unter den Schwellenländern auf. Für internationale Anleger, die auf der Suche nach renditestarken Währungsanlagen sind, macht dies den Real besonders attraktiv. Gleichzeitig operiert die brasilianische Wirtschaft über ihrem Potenzial, bei einem angespannten Arbeitsmarkt und hartnäckiger Inflation.
Politischer Wandel und Währungsbewertung
Auch das politische Umfeld rückt in den Fokus. Die Wahlen im Jahr 2026 zeichnen sich als zunehmend wettbewerbsintensiv ab. Die Opposition gewinnt angesichts eines geringen Verbrauchervertrauens und eines konservativeren Kongresses an Boden – ein Faktor, den die BofA als potenziell währungsstützend einordnet.
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Zur AktienanalyseTrotz einer bereits beachtlichen Rally von 13 Prozent bleibt der Real auf realer, handelsgewichteter Basis noch immer rund 7 Prozent unterbewertet. Die Leistungsbilanz weist überdurchschnittlich hohe Überschüsse auf. Laut Bank of America wäre eine festere Währung makroökonomisch konsistent mit den derzeitigen wirtschaftlichen Bedingungen des Landes.
Für deutsche Anleger und Investoren mit Schwellenländer-Exposure ist die Einschätzung der BofA ein wichtiges Signal: Der brasilianische Real könnte gegenüber dem Euro weiteren Aufwertungsspielraum haben, was sowohl Währungsrisiken als auch Chancen in brasilianischen Anlagen beeinflusst.


