Bank of America: Fed-Zinserhöhung im Juli wäre beispiellos
Die Bank of America erwartet eine Zinspause der Fed im Juli – eine Erhöhung würde jahrzehntelange Präzedenzfälle brechen.

Die Bank of America (BofA) erwartet, dass die US-Notenbank Federal Reserve auf ihrer Juli-Sitzung die Zinssätze unverändert lassen wird. Analyst Mark Cabana warnte in einer Mitteilung am Dienstag, dass eine überraschende Zinserhöhung mit jahrzehntelangen Präzedenzfällen brechen würde. Das Basisszenario der BofA sieht eine Beibehaltung des aktuellen Zinsniveaus vor – bei zwei Gegenstimmen für eine Erhöhung durch die Fed-Mitglieder Logan und Hammack.
Die Märkte haben derzeit eine Straffung von etwa 10 Basispunkten eingepreist. Dieser Wert spiegelt laut BofA die bestehende Unsicherheit und das Risiko einer sogenannten „hawkish" Überraschung – also einer unerwartet restriktiven Entscheidung – wider. Cabana betonte gegenüber Anlegern, dass ein Zinsschritt nach oben zwar „nicht ausgeschlossen werden kann", das Festhalten an den Zinsen im Juli nach der schwachen Juni-Inflation jedoch knapper ausfalle als ursprünglich erwartet.
Historische Einordnung: Die Fed überrascht nicht mit Erhöhungen
Zentral für die Einschätzung der BofA ist ein historisches Argument: „Die Geschichte zeigt, dass die Fed bei Zinserhöhungen nicht restriktiv überrascht." Basierend auf Daten zu Federal Funds Futures seit dem Jahr 1994 habe die Fed noch nie die Zinsen angehoben, wenn zuvor weniger als 60 Prozent einer solchen Erhöhung eingepreist waren. Da die Märkte aktuell lediglich rund 10 Basispunkte eingepreist haben, wäre ein Schritt in dieser Woche nach Einschätzung der BofA schlicht „beispiellos".
Eine solche Entscheidung würde zudem die für das Jahr 2026 erwarteten Erhöhungen von etwa 45 Basispunkten auf rund 60 Basispunkte vorziehen. Die BofA merkte an, dass ein solcher Schritt „die Glaubwürdigkeit von Warsh in Bezug auf Unabhängigkeit und Inflation festigen" würde – eine Anspielung auf den aktuellen Fed-Vorsitzenden.
Ölpreise und Iran als Einflussfaktoren
Neben den Inflationsdaten spielen auch geopolitische Faktoren eine Rolle. Höhere Ölpreise steigern laut BofA die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung, da sie den Inflationsdruck erhöhen. Die jüngste Deeskalation zwischen den USA und dem Iran könnte diesen Druck zwar leicht verringern, doch das Unternehmen stellte klar, dass das Aufwärtspotenzial beim Öl ein „Inflationsrisiko bleibt".
Für deutsche Anleger ist diese Einschätzung besonders relevant, da Entscheidungen der Fed regelmäßig Auswirkungen auf globale Anleihemärkte, Wechselkurse und Risikoassets haben – und damit auch auf europäische Portfolios.
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Zur AktienanalysePositionierung und Ausblick der BofA
Die Bank of America gab bekannt, dass sie bei 2-jährigen US-Staatsanleihen weiterhin auf der sogenannten „Paid"-Seite positioniert bleibt. Zudem setzt das Institut auf „2s10s Flatteners" – eine Strategie, die auf eine Abflachung der Zinskurve zwischen 2- und 10-jährigen US-Anleihen setzt – und nimmt eine optimistische Haltung gegenüber dem US-Dollar ein.
Analyst Cabana erläuterte abschließend die möglichen Auswirkungen einer Zinserhöhung auf die Zinskurve: „Wenn die Fed im Juli die Zinsen erhöht, werden die Zinsen am langen Ende steigen oder fallen? Unsere Antwort: Es hängt von Risikoanlagen und dem Wachstum ab." Schwächere Risikoassets würden laut Cabana wahrscheinlich geringere Wachstumserwartungen und ein sogenanntes „Twist Flattening" der US-Zinskurve zur Folge haben – ein Szenario, bei dem kurzfristige Zinsen steigen, während langfristige Zinsen fallen oder stagnieren.


