Bank of America warnt vor Korrekturrisiken im dritten Quartal
Trotz starker Quartalsgewinne rät Bank-of-America-Stratege Paul Ciana Anlegern, Absicherungen aufzubauen und Korrekturen einzuplanen.

Die Wall Street blickt auf ein bemerkenswert starkes zweites Quartal zurück – doch die Bank of America schlägt bereits Alarm für die kommenden Monate. Der technische Stratege Paul Ciana warnte Kunden in einer aktuellen Mitteilung vor steigenden Korrekturrisiken, sobald das dritte Quartal beginnt. Es gebe „viele Gegenwinde", so Ciana, der Anlegern riet, „Absicherungen in Kursrallys hinein aufzubauen".
Konkret empfiehlt Ciana, „Korrekturen zu handeln oder Positionen zu rollen und erst später zu bewerten, ob sich das Aufwärtspotenzial zum Jahresende realisieren lässt." Diese vorsichtige Haltung steht im Kontrast zur jüngsten Stärke des Marktes, die vor allem durch nachlassende Spannungen im Nahen Osten sowie ein Comeback von Aktien aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz getragen wurde.
S&P 500 auf dem Weg zum besten Quartal seit 2020
Der S&P 500 ist im zweiten Quartal um beeindruckende 12,7 Prozent gestiegen und steuert damit auf sein bestes Quartalsergebnis seit dem zweiten Quartal 2020 zu – damals legte der Index um fast 20 Prozent zu. Am 2. Juni erreichte der Leitindex mit 7.620,90 Punkten ein neues Allzeithoch. Zuletzt schloss er am Mittwoch bei 7.358,22 Punkten.
Ciana sieht für den S&P 500 rund um die Marke von 7.700 Punkten einen bedeutenden Widerstandsbereich. Sollte der Index diese Zone nicht nachhaltig überwinden, könnte eine Korrektur einsetzen. Für diesen Fall nennt der Stratege konkrete Unterstützungsmarken, die Anleger im Blick behalten sollten:
- 7.349 Punkte
- 7.238 Punkte
- 7.197 Punkte
- 7.029 Punkte
Risse in der Aufwärtsbewegung werden sichtbar
Trotz der starken Gesamtperformance zeigen sich laut Ciana bereits gewisse Schwachstellen im Markt. Dazu zählen Divergenzen in der Marktbreite sowie volatile Schwankungen bei Halbleiterwerten, die auf eine zu hohe Hebelwirkung zurückzuführen sind. Solche Divergenzen gelten unter Technischen Analysten als Warnsignal, da sie anzeigen, dass nicht mehr alle Marktsegmente gleichermaßen an der Rally teilnehmen.
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Zur AktienanalyseFür deutsche Anleger, die in US-amerikanische Aktien oder ETFs auf den S&P 500 investiert sind, sind diese Signale besonders relevant. Eine Korrektur am US-Markt würde sich in der Regel auch auf europäische und deutsche Indizes auswirken.
Dennoch bleibt Ciana mittelfristig optimistisch: Er geht davon aus, dass eine potenzielle Korrektur nur von kurzer Dauer sein wird. Als Begründung nennt er ein „typischerweise unterstützendes Umfeld nach den Zwischenwahlen" sowie die Möglichkeit einer Jahresendrally. Anleger sollten demnach nicht in Panik verfallen, sondern die Schwächephase strategisch nutzen – etwa um Positionen zu günstigen Kursen aufzustocken oder bestehende Absicherungen zu rollen.


