ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Bank of Canada warnt: Finanzsystem stabil, aber Schwachstellen wachsen

Die kanadische Zentralbank sieht das Finanzsystem gut aufgestellt, mahnt aber angesichts geopolitischer Risiken zur Wachsamkeit.

Bank of Canada warnt: Finanzsystem stabil, aber Schwachstellen wachsen

Die Bank of Canada hat in ihrem jährlichen Finanzstabilitätsbericht ein gemischtes Bild gezeichnet: Das kanadische Finanzsystem ist grundsätzlich widerstandsfähig, doch die Schwachstellen nehmen zu. Die erste stellvertretende Gouverneurin Carolyn Rogers präsentierte den Bericht am Donnerstag – ungewöhnlicherweise ohne Gouverneur Tiff Macklem, der aufgrund einer dringenden persönlichen Angelegenheit abwesend war.

„Unsere Gesamteinschätzung ist, dass das kanadische Finanzsystem weiterhin gut aufgestellt ist, um Schocks zu überstehen", sagte Rogers. Gleichzeitig betonte sie: „In einigen Teilen des Systems haben sich die Schwachstellen jedoch vergrößert." Der einmal jährlich erscheinende Bericht zieht Bilanz über den aktuellen Finanzmarkt und hebt Risiken hervor, die die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit beeinträchtigen könnten.

Hohe Bewertungen und steigende Verschuldung als Hauptrisiken

Zu den identifizierten Schwachstellen zählen laut Rogers hohe Börsenbewertungen, eine gestiegene Unternehmensverschuldung sowie höhere Kreditaufnahmen von Hedgefonds zum Kauf von Staatsanleihen. Diese Risiken seien zwar einzeln steuerbar, doch das zunehmend volatile wirtschaftliche und geopolitische Umfeld könnte die Lage verschärfen.

Rogers warnte vor einem möglichen Dominoeffekt: „Eine Kaskade von Ereignissen könnte zu einem massiven Verlust des Anlegervertrauens führen und eine sprunghaft ansteigende Liquiditätsnachfrage oder schnelle Verkäufe von Vermögenswerten auslösen." Die Wahrscheinlichkeit, dass mehrere Schwachstellen gleichzeitig auftreten, habe sich erhöht.

Als konkrete Risikofaktoren nannte die Zentralbank die bevorstehende Überprüfung des nordamerikanischen Freihandelsabkommens sowie einen möglichen Ölschock infolge des Iran-Krieges. Kanada hat bereits mehr als ein Jahr damit verbracht, eine Reihe von Zöllen unter US-Präsident Donald Trump zu bewältigen, die den Arbeitsmarkt und die Produktion in wichtigen Sektoren belastet haben.

Haushaltsverschuldung stabilisiert sich – Hypothekenwelle im Blick

Trotz der Warnungen gibt es auch positive Signale. Stellvertretender Gouverneur Toni Gravelle erklärte, dass die Verschuldung der kanadischen Haushalte zwar höher sei, sich der Anteil der Kreditnehmer im Zahlungsverzug jedoch stabilisiert habe. Die finanzielle Verfassung der Unternehmen sei ebenfalls weitgehend stabil.

Ein im vergangenen Jahr als Hauptrisiko eingestuftes Thema – die Welle von Hypothekenverlängerungen zu höheren Zinssätzen – soll laut Bank of Canada bis zur zweiten Hälfte des Jahres 2027 vollständig abgeschlossen sein. Dies gibt Haushalten und Kreditgebern etwas mehr Zeit zur Anpassung.

Die großen kanadischen Banken, die den Großteil des inländischen Bankensystems ausmachen, meldeten unterdessen eine höhere Rentabilität sowie stärkere Kapitalpuffer – ein klares Zeichen für robuste finanzielle Gesundheit im Bankensektor.

Im Vergleich zum Vorjahresbericht fällt die Einschätzung etwas weniger alarmistisch aus. Damals hatte Gouverneur Macklem die Risiken eines langwierigen Handelskrieges mit den USA betont, der die Fähigkeit von Haushalten und Unternehmen zur Schuldentilgung einschränken könnte. Rogers kommentierte dies nun nüchtern: „Bislang waren die Auswirkungen weniger weitreichend als befürchtet."

Bank Of CanadaFinanzstabilitätsberichtFinanzsystem KanadaCarolyn RogersSchwachstellen FinanzsystemHypothekenverlängerung KanadaHandelskrieg Usa Kanada

Disclaimer