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Bank-of-England-Chef Bailey warnt vor Aktienmarktkorrektur

Gouverneur Andrew Bailey sieht überhöhte Bewertungen als breites Risiko – weit über den KI-Hype hinaus.

Bank-of-England-Chef Bailey warnt vor Aktienmarktkorrektur

Andrew Bailey, Gouverneur der Bank of England, hat am Dienstag eindringlich vor dem Risiko einer scharfen Korrektur an den globalen Aktienmärkten gewarnt. Gegenüber dem Finanzstabilitätsrat (FPC) erklärte er, dass die überhöhten Bewertungen über den Optimismus im Bereich der Künstlichen Intelligenz hinausgingen. Die ambitionierten Aktienbewertungen seien breiter gefasst als lediglich die KI-bezogene Begeisterung.

Der FPC äußerte sich besonders besorgt darüber, dass bestehende Risiken für die Finanzstabilität gleichzeitig eintreten könnten. Eine solche Kumulation von Risiken gilt in der Finanzwelt als besonders gefährlich, da sie Schockwellen verstärken und Abwärtsspiralen auslösen kann. Bailey betonte, dass das Risiko einer scharfen Korrektur weiterhin hoch sei.

KI als größter Risikofaktor seit Dezember

Bailey hob hervor, dass die Risiken durch bahnbrechende Künstliche Intelligenz die größte Veränderung seit Dezember darstellten. Dabei verwies er nicht nur auf wirtschaftliche Auswirkungen, sondern auch auf Cyber-Bedrohungen. Unternehmen müssten die offiziellen britischen Leitlinien umsetzen, um ihre Cyber-Resilienz als Reaktion auf KI-Bedrohungen zu stärken.

Gleichzeitig zeigte sich Bailey offen für den konstruktiven Einsatz von KI im Bankensektor. Er begrüßte die Wiederaufnahme des Zugangs zu Mythos und zeigte sich an Gesprächen mit dem KI-Unternehmen Anthropic interessiert, wie entsprechende Lösungen für britische Banken funktionieren könnten. Die Bank of England verfolge dabei einen anderen Ansatz als die Europäische Zentralbank: Statt Richtlinien zu erlassen, ziehe man es vor, direkt mit den Banken zusammenzuarbeiten.

Bankenregulierung: Verschuldungsquote bleibt komplexes Thema

Zur Bankenregulierung erklärte Bailey, der FPC habe eine detaillierte Diskussion über die Reform der Verschuldungsquote geführt und das Thema als komplex bezeichnet. Bei den Verschuldungsregeln für große britische Inlandsbanken bestehe noch Nachbesserungsbedarf. Die Verschuldungsquote – auf Englisch „Leverage Ratio" – ist eine zentrale Kennzahl der Bankenregulierung und gibt an, wie viel Eigenkapital eine Bank im Verhältnis zu ihren Gesamtverbindlichkeiten hält.

Bailey stellte klar, dass es im Widerspruch zu den internationalen Basel-Vereinbarungen stünde, Staatsanleihen von den Verschuldungsregeln auszunehmen. Die Basel-Vereinbarungen sind ein globales Regelwerk zur Bankenregulierung, das von Zentralbanken und Aufsichtsbehörden weltweit anerkannt wird. Eine Ausnahme für Staatsanleihen würde die Vergleichbarkeit und Stabilität des Systems gefährden.

Trotz der laufenden Reformdiskussionen zeigte sich Bailey in einem Punkt beruhigend: Er erwarte nicht, dass die Bank of England die Ausschüttungen der Banken an ihre Aktionäre im Zuge der Änderungen an der Verschuldungsquote begrenzen werde. Zudem sehe er keine Notwendigkeit für mehr Eigenkapital im britischen Bankensystem. Abschließend warf der Gouverneur die Frage auf, ob Probleme im Zusammenhang mit marktbasierter Verschuldung über die Banken angegangen werden sollten – ein Thema, das die regulatorische Debatte in den kommenden Monaten weiter beschäftigen dürfte.

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