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Bank of England hält Leitzins zum fünften Mal in Folge

Angesichts globaler Unsicherheiten und steigender Inflation belässt die Bank of England den britischen Leitzins bei 3,75 Prozent.

Bank of England hält Leitzins zum fünften Mal in Folge

Die Bank of England hat den britischen Leitzins erwartungsgemäß zum fünften Mal in Folge unverändert bei 3,75% belassen. Der geldpolitische Ausschuss (MPC) gab seine Entscheidung um 12:00 Uhr BST bekannt. Analysten hatten mehrheitlich mit diesem Schritt gerechnet, da die globale Unsicherheit eine abwartende Haltung nahelegt.

Der Leitzins befindet sich damit auf dem niedrigsten Stand seit Februar 2023. Dennoch sehen nur wenige Experten Spielraum für kurzfristige Änderungen. Die anhaltende Inflation und die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten zwingen die Zentralbank zur Vorsicht.

Der MPC, der aus fünf Frauen und vier Männern besteht, tritt achtmal im Jahr zusammen. Seine Entscheidungen beeinflussen maßgeblich die Konditionen für Kredite und Hypotheken sowie die Renditen für Sparer. Das wichtigste Ziel des Ausschusses ist es, die Inflation auf dem Zielwert von 2% zu halten.

Inflation über Zielwert – Energiepreise treiben Kosten

Die britische Inflation lag im Jahresvergleich bis Juni bei 2,6% – ein leichter Rückgang gegenüber dem Vormonat, aber weiterhin über dem Zielwert von 2,3%. Für Juli wird ein weiterer Anstieg erwartet. Millionen Haushalte in Schottland, England und Wales spüren die Folgen eines Anstiegs der Energiepreise um 13%, der auf die Auswirkungen des Iran-Krieges auf die Großhandelspreise zurückzuführen ist.

Der Konflikt am Golf und die Ungewissheit über einen dauerhaften Waffenstillstand überschatten die Entscheidungen des MPC nicht nur in diesem Monat, sondern auch in den kommenden Monaten. Viele Analysten gehen davon aus, dass die Zinsen in absehbarer Zeit unverändert bleiben – und die nächste Änderung möglicherweise sogar eine Erhöhung sein könnte.

„Eine neue Regierung, die sich erst noch finden muss, und die zunehmend unsichere Lage im Nahen Osten bedeuten, dass eine Beibehaltung des Leitzinses eine willkommene Dosis Stabilität wäre", sagte Katie Horne von der Sparplattform Flagstone. „Die Menschen hatten im vergangenen Jahr mehr als genug Unsicherheit, und selbst eine vorübergehende Pause lindert den Druck ein wenig."

Auswirkungen auf Kreditnehmer und Sparer

Für Eigenheimbesitzer mit einer variablen Hypothek (Tracker Mortgage) ändert sich durch den unveränderten Zinssatz zunächst nichts an den monatlichen Raten. Allerdings haben mehr als acht von zehn Hypothekenkunden Festzinsvereinbarungen abgeschlossen. Große britische Kreditgeber haben die Zinsen für Neuabschlüsse in den letzten Tagen bereits angehoben.

Der Durchschnittszins für eine neue zweijährige Festzinsbindung liegt laut dem Finanzinformationsdienst Moneyfacts bei 5,62% – dem höchsten Stand seit mehr als einem Monat. Die Zinsen steigen, weil die Refinanzierungskosten der Kreditgeber aufgrund der erneuten Volatilität im Nahen Osten zunehmen. Der Sektor bewegt sich dabei tendenziell geschlossen, um nicht mit Anträgen überhäuft zu werden.

„Ein unveränderter Zinssatz ist zwar willkommen, aber die Markterwartungen müssen sich erst wieder beruhigen, bevor wir auf eine Rückkehr zu Zinssenkungen durch die Kreditgeber hoffen können", sagte David Hollingworth vom Hypothekenmakler L&C. Jüngste Prognosen der Bank of England deuten darauf hin, dass etwas mehr als fünf Millionen Eigenheimbesitzer bis Ende 2028 mit einem Anstieg ihrer monatlichen Hypothekenzahlungen rechnen müssen.

Für Sparer hingegen gibt es vereinzelt positive Signale. Einige Angebote für Festgeldanlagen befinden sich auf dem höchsten Stand seit fast zwei Jahren. Die garantierte Verzinsung für die beste einjährige Anleihe liegt bei 4,91% – dem höchsten Wert für Neukunden seit Oktober 2024. „Diese seltene gute Nachricht für Sparer ist nach Jahren schwacher Realrenditen ein kleiner Lichtblick", kommentierte Rachel Springall von Moneyfacts.

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