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Bank of England vor weiterer Zinssenkung

Verlangsamtes Lohnwachstum bietet Spielraum für geldpolitische Lockerung

Bank of England vor weiterer Zinssenkung

Die Lohnentwicklung in Großbritannien verlangsamt sich, was der Bank of England (BoE) Raum für eine mögliche Zinssenkung in naher Zukunft gibt. Die neuesten Daten des nationalen Statistikamts ONS zeigen, dass die Grundgehälter in den Monaten Mai bis Juli um 5,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sind. Dies stellt den niedrigsten Anstieg seit Mitte 2022 dar. Die Bank of England hat angekündigt, die Entwicklungen beim Lohnwachstum genau zu beobachten, um mögliche Auswirkungen auf die Zinspolitik bewerten zu können.

Die nächste Entscheidung der BoE über den Leitzins steht am 19. September an. Zuletzt hatte die Notenbank im August den Zinssatz auf 5,00 Prozent gesenkt und damit eine geldpolitische Wende eingeleitet. Diese Zinssenkung erfolgte angesichts einer sich verändernden wirtschaftlichen Lage, in der ein langsameres Lohnwachstum den Druck auf die Inflation verringern könnte. Doch obwohl die Lohndaten Raum für weitere Zinssenkungen bieten, wird erwartet, dass die BoE nächste Woche noch keine weiteren Schritte unternimmt.

An den Terminmärkten rechnen Experten erst im November mit einer möglichen weiteren Zinssenkung. Der Ökonom Luke Bartholomew vom Vermögensverwalter "abrdn" erklärte, dass es schwer vorstellbar sei, dass bereits bei der Sitzung im September eine Senkung erfolgen wird. Der Grund hierfür liegt in den noch ausstehenden Daten, insbesondere den Verbraucherpreiszahlen für den Monat August, die erst am 18. September veröffentlicht werden, einen Tag vor der nächsten Zinsentscheidung.

Die Inflation in Großbritannien zeigt ebenfalls eine komplexe Entwicklung. Im Juli stiegen die Verbraucherpreise um 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, während die Bank of England im Juni ihr Inflationsziel von zwei Prozent exakt erreicht hatte. Wie sich die Inflation in den kommenden Monaten entwickeln wird, bleibt eine zentrale Frage für die weiteren Entscheidungen der BoE in Bezug auf den Leitzins.

Ein weiterer wichtiger Faktor für die wirtschaftliche Lage in Großbritannien ist die Entwicklung des Arbeitsmarktes. In den drei Monaten bis Juli wurden 265.000 neue Stellen geschaffen, was die Erwartungen der von Reuters befragten Ökonomen deutlich übertraf. Diese hatten lediglich mit einem Zuwachs von 123.000 neuen Arbeitsplätzen gerechnet. Die robusten Arbeitsmarktdaten könnten die Entscheidungen der BoE zusätzlich beeinflussen.

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