Bank of Japan hebt Wachstumsprognose an und bleibt bei Inflation wachsam
Die BoJ könnte ihre Wachstumsprognose für 2026 anheben – KI-Nachfrage und schwacher Yen prägen den geldpolitischen Ausblick.

Die Bank of Japan (BOJ) erwägt laut Insidern, ihre Wirtschaftswachstumsprognose für das Geschäftsjahr 2026 nach oben zu korrigieren. Gleichzeitig will die Zentralbank ihren Fokus auf die Risiken einer überschießenden Inflation beibehalten. Das berichten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen gegenüber Reuters. Ausschlaggebend sind steigende Importkosten durch den schwachen Yen sowie eine robuste globale Nachfrage nach Halbleitern und KI-Technologie.
Die BOJ wird diesen Monat ihren Quartalsbericht mit neuen Wachstums- und Preisprognosen veröffentlichen. Anleger weltweit beobachten den Bericht genau, da sie nach Hinweisen auf den Zeitpunkt und das Tempo weiterer Zinserhöhungen suchen. Zuletzt hatte die Zentralbank die Zinsen im Juni auf 1% angehoben – das höchste Niveau seit 31 Jahren.
Wachstumsprognose könnte leicht steigen
Die BOJ könnte ihre Wachstumsprognose gegenüber der im April prognostizierten Expansion von 0,5% leicht anheben. Als Treiber nennen die Quellen die robuste KI-Nachfrage sowie sinkende Treibstoffkosten. Gleichzeitig könnte das Direktorium die Kerninflationsprognose für das laufende Geschäftsjahr gegenüber dem im April erwarteten Anstieg von 2,8% leicht senken – ausgelöst durch einen starken Rückgang der Ölpreise infolge eines vorläufigen Friedensabkommens zwischen den USA und dem Iran im Juni.
Eine solche Herabstufung der Inflationsprognose würde jedoch nichts am grundsätzlichen Fokus der BOJ auf den zunehmenden Preisdruck ändern, betonen die Insider. Der schwache Yen, stetige Lohnzuwächse und der kriegsbedingte Energieschock bleiben zentrale Risikofaktoren. „Mit sinkenden Ölpreisen haben die Abwärtsrisiken für die Wirtschaft etwas nachgelassen. Aber die hohen Kosten für frühere Importe werden den Aufwärtsdruck auf die Preise weiter aufrechterhalten", sagte eine der Quellen – eine Einschätzung, die von zwei weiteren Personen geteilt wurde.
Nahostkonflikt kompliziert geldpolitischen Pfad
Der Nahostkrieg, der begann, als die USA und Israel am 28. Februar den Iran angriffen, hat die Geldpolitik der BOJ erheblich verkompliziert. Der Konflikt heizte die Inflation durch höhere Ölpreise an und belastete gleichzeitig die stark von importierten Brennstoffen abhängige japanische Wirtschaft. Nachdem der Iran die Straße von Hormus faktisch geschlossen hatte, bemühten sich japanische Unternehmen, Störungen durch Umleitungen und alternative Lieferanten zu minimieren – doch die dadurch entstehenden Zusatzkosten könnten weitergegeben werden und die Inflation weiter anheizen.
Auch die lebhafte weltweite KI-Nachfrage treibt die Preise für Halbleiterchips und elektronische Geräte in die Höhe, was letztlich auch Konsumgüter verteuern könnte. Selbst das als taubenhaft geltende BOJ-Ratsmitglied Toichiro Asada räumte ein, dass die Weitergabe höherer Ölpreise in einem „relativ schnellen Tempo" voranschreite und zu breiteren Preiserhöhungen bei einer Vielzahl von Waren führen könnte.
Weitere Zinserhöhungen erwartet – aber kein konkretes Signal
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Zur AktienanalyseDie Großhandelsinflation stieg im Juni um 7,1%, da Unternehmen gestiegene Rohstoffkosten weitergaben. Die Kernverbraucherinflation – der wichtigste Preismaßstab der BOJ – blieb hingegen im Mai den vierten Monat in Folge unter dem Zielwert von 2%. Staatliche Subventionen, die Haushalte vor steigenden Treibstoffkosten schützen sollen, dämpfen diesen Wert künstlich.
Im Regionalbericht erklärte die BOJ, dass viele Unternehmen die Preise für Lebensmittel und Güter des täglichen Bedarfs ab dem Sommer wahrscheinlich anheben werden, was die Verbraucherpreise im weiteren Jahresverlauf nach oben treiben dürfte. Die CPI-Daten für Juli werden am 21. August veröffentlicht, die Zahlen für August folgen am 18. September – beide Datensätze liegen vor den geldpolitischen Sitzungen im September und Oktober vor.
Für die Sitzung Ende Juli, die am 31. Juli endet, erwarten Beobachter keine Zinsänderung. Die BOJ dürfte den kurzfristigen Leitzins bei 1% belassen und vorerst keine expliziten Signale zum Zeitpunkt der nächsten Erhöhung geben. Die meisten von Reuters befragten Analysten rechnen jedoch damit, dass die Zinsen bis zum Jahresende auf 1,25% steigen werden.


