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Bank of Korea lässt Leitzins bei 2,50 Prozent unverändert

Südkoreas Zentralbank hält den Leitzins stabil – geopolitische Risiken, schwacher Won und Inflation prägen die Entscheidung.

Bank of Korea lässt Leitzins bei 2,50 Prozent unverändert

Die südkoreanische Zentralbank, die Bank of Korea, hat am Donnerstag ihren Leitzins unverändert bei 2,50 Prozent belassen. Die Entscheidung fiel erwartungsgemäß aus: 30 von 32 durch Reuters befragten Ökonomen hatten genau dieses Ergebnis prognostiziert. Lediglich zwei Abweichler hatten im Vorfeld eine Zinserhöhung erwartet.

Der siebenköpfige geldpolitische Rat der Notenbank stimmte geschlossen für die Beibehaltung des aktuellen Zinsniveaus. Die Bank of Korea steht dabei vor einem schwierigen Balanceakt: Sie muss geopolitische Risiken gegen einen schwächelnden Won und eine wieder aufflammende Inflation abwägen. Das Zusammenspiel dieser Faktoren deutet laut Beobachtern auf möglicherweise höhere Zinsen in der Zukunft hin.

Geopolitisches Umfeld belastet die Märkte

Die Entscheidung der Bank of Korea fällt in ein angespanntes geopolitisches Umfeld. Zwischen den USA und dem Iran kam es erneut zu Luftangriffen, was die Ölpreise um rund vier Prozent in die Höhe trieb. US-Präsident Trump dämpfte zudem Hoffnungen auf ein rasches Abkommen zur Öffnung der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt für den Öltransport.

Der Ölpreisanstieg setzte die Märkte unter Druck und verstärkte die Inflationssorgen in importabhängigen Volkswirtschaften wie Südkorea. Gleichzeitig fiel Bitcoin unter die Marke von 73.000 US-Dollar auf ein Sechs-Wochen-Tief, nachdem die neuen US-Angriffe auf den Iran bekannt wurden. Risikoaverse Stimmung dominierte damit das globale Marktgeschehen rund um die Zinsentscheidung.

Etwas Entspannung signalisierte der Iran mit der Ankündigung, den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus innerhalb eines Monats auf Vorkriegsniveau wiederherstellen zu wollen. Dies ließ den Ölpreis im weiteren Handelsverlauf wieder etwas zurückgehen.

Pressekonferenz von Gouverneur Shin Hyun Song erwartet

Im Anschluss an die Zinsentscheidung sollte Gouverneur Shin Hyun Song um 02:10 Uhr GMT eine Pressekonferenz abhalten. Dabei werden Investoren und Analysten vor allem auf Hinweise zur künftigen Zinspolitik achten – insbesondere darauf, ob die Notenbank angesichts der anhaltenden Inflationsrisiken und des schwachen Won tatsächlich einen Zinserhöhungszyklus einleiten könnte.

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung in Südkorea aus mehreren Gründen relevant. Südkorea gilt als wichtiger Exporteur von Halbleitern, Automobilen und Elektronik und ist eng in globale Lieferketten eingebunden. Veränderungen in der südkoreanischen Geldpolitik können Signalwirkung für andere Schwellenländer haben und beeinflussen indirekt auch europäische Märkte und Unternehmen mit Asienexposure.

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