Barclays: Gold-Abverkauf war ein Reset – diese Minenaktien profitieren
Barclays sieht nach dem Iran-Krieg eine Erholung beim Goldpreis und benennt konkrete Minenaktien als Favoriten.

Der Goldpreis hat laut einer aktuellen Analyse der Barclays Bank einen sogenannten „Reset" durchlaufen. Auslöser war der Iran-Krieg, der den Status des Edelmetalls als klassischen sicheren Hafen zeitweise infrage stellte. Obwohl der Gold-Spotpreis am Montag um 3,2 Prozent auf 4.375 US-Dollar pro Unze stieg – den höchsten Stand seit dem 9. Juni –, liegt er weiterhin mehr als 20 Prozent unter seinem Januar-Hoch von über 5.589 US-Dollar pro Unze.
Der Rückgang erklärt sich laut Barclays vor allem durch die Aussicht auf höhere Zinsen, die renditeträchtige Anlagen wie Anleihen für Investoren attraktiver machten. In diesem Umfeld verlor Gold als zinsloses Edelmetall an relativer Attraktivität. Die Anlegerströme, die den Goldpreis maßgeblich antreiben, wurden dadurch in den vergangenen Monaten negativ beeinflusst.
Barclays bleibt konstruktiv – aber vorsichtig
Trotz des Kursrückgangs hält Barclays an einer grundsätzlich positiven Einschätzung für Gold fest. In einer am Montag veröffentlichten Mitteilung schrieb die Bank, man bleibe gegenüber Gold „konstruktiv eingestellt". Als mittelfristige Stützfaktoren nennen die Analysten „anhaltende Inflation, politische Unsicherheit und die Diversifizierung der Zentralbankreserven".
Diese Faktoren sollen laut Barclays wieder „an Bedeutung gewinnen", da im Laufe dieser Woche die Unterzeichnung eines potenziellen Friedensabkommens zwischen Washington und Teheran ansteht. Ein Ende des Konflikts könnte das Vertrauen der Anleger in den Vermögenswert schrittweise wiederherstellen. Kurzfristig rechnet die Bank jedoch noch nicht mit einem sofortigen Comeback: „Das makroökonomische Umfeld dürfte kurzfristig ein Gegenwind für die Goldpreise bleiben", so die Analysten.
Besonders interessant für Anleger ist die Einschätzung zur Inflation: „Unsere Schätzungen deuten darauf hin, dass Gold pro 1% Anstieg des US-Verbraucherpreisindex (CPI) um etwa 5% steigt", schrieben die Barclays-Analysten. Damit bleibt der Inflationsimpuls durch den jüngsten Energieschock ein zentraler Bestandteil des bullishen Szenarios für das Edelmetall.
Minenaktien unter Druck – aber selektive Chancen
Der sinkende Goldpreis hat die Umsätze der Minenbetreiber seit Kriegsbeginn erheblich geschmälert. Gleichzeitig trieb der Öl- und Gasversorgungsschock die Energiepreise in die Höhe und erhöhte damit die Produktionskosten der Bergbauunternehmen. Bergbauaktien gelten generell als eine der volatilsten Anlageklassen am Aktienmarkt – sie fungieren typischerweise als gehebelte Wette auf den Goldpreis und reagieren auf Preisbewegungen überproportional stark, sowohl nach oben als auch nach unten.
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Zur AktienanalyseBarclays bleibt im Sektor dennoch selektiv und benennt klare Favoriten. Im europäischen Bereich bevorzugt die Bank Endeavour Mining sowie Hochschild, da beide Aktien zu günstigeren Bewertungsmultiplikatoren gehandelt werden als der Wettbewerber Fresnillo. Letzterer sei laut den Analysten bewertungstechnisch bereits ausgereizt. Im Rahmen ihrer globalen Abdeckung hält Barclays zudem „Overweight"-Positionen in Newmont Mining und Agnico Eagle Mines.
Für deutsche Privatanleger, die eine Positionierung im Goldsektor erwägen, liefert die Barclays-Analyse damit eine klare Botschaft: Der Abverkauf der vergangenen Monate war ein Rücksetzer, kein struktureller Bruch. Die mittelfristigen Treiber – Inflation, Unsicherheit, Zentralbanknachfrage – bleiben intakt. Kurzfristig jedoch mahnen die Analysten zur Geduld, da das Anlegervertrauen erst wieder aufgebaut werden muss.

