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Barclays kürt drei Top-Aktien im europäischen Konsumgütersektor

Die britische Großbank setzt vor der Q1-Berichtssaison auf L'Oréal, Danone und Unilever als bevorzugte Positionen.

Barclays kürt drei Top-Aktien im europäischen Konsumgütersektor

Barclays hat im Vorfeld der Berichtssaison für das erste Quartal seine drei Favoriten im europäischen Konsumgüter- und Lebensmittelsektor benannt. Die britische Großbank warnt zwar vor allgemein schwachen Quartalsergebnissen, bevorzugt jedoch Unternehmen, die ihre Margen durch Preiserhöhungen verteidigen und gleichzeitig das Volumenwachstum aufrechterhalten können. Als zusätzliches Risiko nennt Barclays den Nahostkonflikt, der einen potenziellen Inflationsschock darstelle.

L'Oréal bleibt der klare Top-Pick der Bank im Sektor. Barclays prognostiziert für das erste Quartal ein organisches Umsatzwachstum von 3,5 Prozent – der Rückgang gegenüber früheren Schätzungen sei jedoch fast ausschließlich auf die SAP-Systemeinführung in China zurückzuführen und nicht auf eine schwächere Nachfrage. Bereinigt um diesen IT-bedingten Effekt schätzt Barclays das tatsächliche zugrunde liegende Wachstum auf rund 5,7 Prozent.

Die größte Belastung für L'Oréal kommt aus Nordasien, wo das Luxussegment weiterhin unter Druck steht. Barclays erwartet jedoch, dass sich dieser Gegenwind im zweiten Quartal mechanisch umkehrt und dann ein deutlich stärkeres Quartal folgt. Haarpflege und Düfte bleiben die wichtigsten Wachstumstreiber, während die Erholung im Bereich Hautpflege die zentrale Herausforderung bleibt.

Danone: Defensiv mit Rückruf-Belastung

Für Danone prognostiziert Barclays ein organisches Wachstum von 3,0 Prozent im ersten Quartal, gleichmäßig verteilt auf Volumen und Preis. Der Rückruf von Säuglingsnahrung belastet den Nettoumsatz vorübergehend um 50 bis 100 Basispunkte – Barclays geht vom oberen Ende dieser Spanne aus, stellt jedoch fest, dass der Nachrichtenfluss rund um den Rückruf zuletzt abgeebbt ist.

Die Scannerdaten für Säuglingsnahrung in Europa bleiben schwach, was die Markengesundheit von Aptamil weiter im Fokus hält. In Nordamerika wird das erste Quartal aufgrund anhaltender Schwäche bei Kaffeeweißern verhalten erwartet, eine deutliche Erholung ab dem zweiten Quartal wird jedoch antizipiert. Die spezialisierte Ernährung in China zeigt sich widerstandsfähig, und die geplante Übernahme von Huel wertet Barclays als strategisch sinnvoll.

Unilever im Portfoliowandel

Für Unilever erwartet Barclays ein organisches Wachstum von 3,4 Prozent im ersten Quartal – leicht unter dem Marktkonsens. Als Bremsfaktoren nennt die Bank eine Wachstumslücke in den USA bei Liquid IV sowie anhaltende Schwäche in Europa. Die Erholung in den Schwellenländern ist angesichts asiatischer Energiesorgen mit größerer Unsicherheit behaftet, für das Gesamtjahr hält Barclays aber an seiner OSG-Schätzung von 4,0 Prozent fest.

Das mittelfristig bedeutendere Thema bei Unilever ist die Portfoliotransformation. Eine Abspaltung des Lebensmittelgeschäfts gilt als wahrscheinlich, wobei der Ansatz von McCormick das strategische Kalkül verändert hat. Zuletzt wurde bekannt, dass Unilever Gespräche mit Kraft Heinz über eine mögliche Fusion ihrer Lebensmittelmarken geführt haben soll.

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