Barclays kürt Top-Aktien aus Neocloud und Bitcoin-Mining
Die Investmentbank identifiziert 16 Unternehmen, die vom Infrastruktur-Investitionsboom der großen Hyperscaler profitieren sollen.

Barclays hat eine umfangreiche Analyse veröffentlicht und dabei führende Unternehmen aus den Bereichen Neoclouds und Bitcoin-Mining identifiziert, die optimal positioniert sind, um vom massiven Ausbau der Digital- und Energieinfrastruktur zu profitieren. Hintergrund ist die Erwartung von Technologieanalysten, dass die Investitionsausgaben (Capex) der sogenannten Hyperscaler — also Konzerne wie Amazon, Microsoft und Google — deutlich nach oben revidiert werden. Die Investmentbank hat dazu eine Liste von über 400 sogenannten „Schaufelverkäufer"-Unternehmen zusammengestellt, die für diese Infrastrukturerweiterung als unverzichtbar gelten.
Der Begriff „Schaufelverkäufer" stammt aus dem Goldrausch des 19. Jahrhunderts und beschreibt Unternehmen, die nicht selbst nach Gold schürfen, sondern die Werkzeuge liefern — in diesem Fall also die Hardware, Rechenkapazitäten und Energieinfrastruktur, die KI-Workloads und Hyperscale-Rechenzentren benötigen. Barclays sieht in diesem Segment erhebliches Wachstumspotenzial, da die Nachfrage nach Rechenleistung für künstliche Intelligenz weiter exponentiell steigt.
Die Top-Neocloud-Anbieter im Überblick
An der Spitze der Neocloud-Unternehmen nennt Barclays
Nebius
, das Hochleistungshardware und Cloud-Kapazitäten für intensive KI-Workloads anbietet. Dicht dahinter folgt
CoreWeave
, das seine Geschäftstätigkeit auf mehr als 35 globale Rechenzentrumsstandorte ausgeweitet und sich eine Leistungskapazität von 1,3 Gigawatt gesichert hat. Ebenfalls hervorgehoben wird
IREN
, das eine Partnerschaft im Wert von 9,7 Milliarden US-Dollar mit Microsoft abgeschlossen hat und den Status eines „Nvidia Preferred Partner" erhielt. IREN gab zudem eine Vereinbarung über einen Netzanschluss für einen geplanten 800-Megawatt-Rechenzentrumscampus in Südaustralien bekannt, woraufhin mehrere Analysehäuser, darunter B. Riley und Canaccord, ihre Kursziele für das Unternehmen anhoben.
Ebenfalls auf der Barclays-Liste findet sich
Applied Digital
, das seinen Wandel vom Mining hin zur Infrastruktur vollzogen hat und sich nun „fast ausschließlich" auf GPU-Bereitstellungsprojekte konzentriert — unter anderem für CoreWeave als Kunden. Jüngst gab Applied Digital einen 15-jährigen Mietvertrag mit einem in den USA ansässigen Hyperscaler bekannt, der den Umsatz um rund 5,2 Milliarden US-Dollar erhöht. Analysehäuser wie Lake Street und Needham hoben daraufhin ihre Kursziele an.
Cipher Digital
wiederum entwickelt großflächige Rechenzentren für Hyperscale-Mieter wie AWS und Google. Eine Tochtergesellschaft begab vorrangig besicherte Anleihen im Wert von 810 Millionen US-Dollar zur Finanzierung seiner „Stingray Facility", die an Amazon vermietet werden soll. Bernstein nahm die Beobachtung des Unternehmens mit einem „Outperform"-Rating auf.
Bitcoin-Miner auf dem Weg zur KI-Infrastruktur
Besonders auffällig ist der strategische Wandel vieler ehemaliger Bitcoin-Miner hin zu KI- und Hochleistungsrechenzentren.
Riot Platforms
etwa betreibt eine Leistungskapazität von 1,86 Gigawatt und verlagert diese zunehmend in Richtung KI-Rechenzentren. Das Unternehmen unterzeichnete eine Absichtserklärung mit Terrestrial Energy zur Prüfung kernkraftbetriebener Rechenzentren.
Terawulf
vollzog einen „gezielten strategischen Übergang" zum Hosting von Hochleistungsrechnern (HPC) und übernahm jüngst einen Standort in Kentucky, der eine Kapazität von mehr als 1 Gigawatt unterstützen soll.
Core Scientific
hat sich verpflichtet, innerhalb von drei Jahren „jedes Megawatt" auf High-Density-Computing umzustellen, gestützt durch einen 200-Megawatt-Vertrag mit CoreWeave.
Hut 8 Corp
hat sein Geschäftsmodell ebenfalls umgestellt: Das Unternehmen besitzt keine eigenen ASIC-Server mehr und konzentriert sich stattdessen auf die Monetarisierung von 1,50 Gigawatt an Rechenzentrumskapazität.
Weitere Unternehmen auf der Barclays-Liste sind:
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Die Einschätzungen von Barclays spiegeln einen klaren Branchentrend wider: Unternehmen, die ursprünglich im Krypto-Mining tätig waren, positionieren sich zunehmend als Infrastrukturlieferanten für das KI-Zeitalter. Für Anleger bietet diese Entwicklung sowohl Chancen als auch Risiken — denn der Erfolg dieser Transformation hängt maßgeblich davon ab, ob die Hyperscaler ihre Investitionsausgaben tatsächlich im erwarteten Umfang steigern.


