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Barclays senkt Prognose für Brent-Ölpreise

OPEC+ beschleunigt Produktionsausweitung und drängt auf Ende freiwilliger Kürzungen

 Barclays senkt Prognose für Brent-Ölpreise

Barclays hat seine Prognosen für den Brent-Rohölpreis in den Jahren 2025 und 2026 gesenkt. Für das Jahr 2025 erwartet die Bank nun einen Preis von 66 US-Dollar pro Barrel, vier Dollar weniger als zuvor angenommen. Für das Jahr 2026 wurde die Schätzung um zwei Dollar auf 60 US-Dollar pro Barrel reduziert. Die Anpassung erfolgte vor dem Hintergrund einer beschleunigten Produktionsausweitung durch die OPEC+.

Die Gruppe OPEC+, bestehend aus der Organisation erdölexportierender Länder und verbündeten Staaten wie Russland, hatte am Samstag angekündigt, ihre Ölproduktion im Juni um 411.000 Barrel pro Tag zu erhöhen. Dies ist der zweite Monat in Folge, in dem die Produktionsanhebung beschleunigt wird. Laut Quellen innerhalb der OPEC+ drängt insbesondere Saudi-Arabien auf eine raschere Rücknahme früherer Förderkürzungen. Hintergrund sei unter anderem die unzureichende Einhaltung der Förderquoten durch Länder wie Irak und Kasachstan.

Barclays betonte, dass die Entscheidung der OPEC+ eher auf robuste fundamentale Marktdaten und externe Einflüsse zurückzuführen sei als auf Überproduktion einzelner Mitgliedsstaaten. Die Bank geht nun davon aus, dass die zusätzlichen freiwilligen Förderanpassungen der OPEC+ bis Oktober 2025 vollständig aufgehoben werden. Gleichzeitig rechnet Barclays mit einem leicht verlangsamten Wachstum der US-Ölproduktion.

In der Folge korrigierte Barclays seine Schätzungen zur globalen Angebots-Nachfrage-Bilanz. Für das Jahr 2025 wird nun ein um 290.000 Barrel pro Tag höheres Überangebot erwartet, für 2026 liegt die entsprechende Zahl bei 110.000 Barrel pro Tag. Auch die langfristige Einschätzung zur Politik der OPEC+ wurde überarbeitet. Barclays geht davon aus, dass die Gruppe ihre zusätzlichen Anpassungen schneller als bisher geplant zurücknimmt. Die Umsetzung dieser Maßnahmen wird nun innerhalb von sechs Monaten erwartet, statt wie zuvor in 18 Monaten.

Die überarbeitete Prognose führt zu einem Anstieg der geschätzten OPEC-Fördermenge um 390.000 Barrel pro Tag im Jahr 2025 und um 230.000 Barrel pro Tag im Jahr 2026. Für die US-Ölproduktion erwartet Barclays nun einen Rückgang um 100.000 Barrel pro Tag vom vierten Quartal 2024 bis zum vierten Quartal 2025 sowie um weitere 150.000 Barrel pro Tag im Jahr 2026.

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