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Barclays sieht Aufwärtsrisiken für Brent-Preis 2026 wegen Hormus

Die Patt-Situation an der Straße von Hormus könnte Brent laut Barclays im Extremfall bis auf 150 Dollar treiben.

Barclays sieht Aufwärtsrisiken für Brent-Preis 2026 wegen Hormus

Barclays warnt vor steigenden Ölpreisen: Die britische Großbank sieht angesichts der angespannten Lage an der Straße von Hormus deutliche Aufwärtsrisiken für ihre Brent-Preisprognose für das Jahr 2026. Je nach Dauer der aktuellen Patt-Situation könnten die Preise erheblich über die bisherige Basisprognose hinausschießen.

Konkret beziffert Barclays das Aufwärtsrisiko gegenüber seiner Brent-Prognose von 96 US-Dollar pro Barrel (bbl) für 2026 wie folgt: Bei einer Fortdauer der Situation von einem Monat ergibt sich ein Aufwärtsrisiko von 2 Dollar pro Barrel, bei zwei Monaten von 7 Dollar pro Barrel und bei drei Monaten von 10 Dollar pro Barrel. Die Bank hatte ihre Prognosen von 96 Dollar/bbl für 2026 und 85 Dollar/bbl für 2027 erst Anfang des Monats bestätigt.

Ölpreis testet erstmals seit Mai die Marke von 100 Dollar

Die Ölpreise sprangen in dieser Woche erstmals seit Mai auf 100 US-Dollar pro Barrel – ein deutliches Signal dafür, wie nervös die Märkte auf die Entwicklungen rund um die Straße von Hormus reagieren. Erneute Feindseligkeiten in der Region ließen die Sorgen der Anleger über globale Versorgungsunterbrechungen wieder aufleben. Am Freitag gaben die Preise leicht nach und notierten knapp unter der 100-Dollar-Marke.

Besonders bemerkenswert ist die Einschätzung der Bank zum Spotpreis: „Wie allgemein üblich, wird der Spotpreis die Bewegung wahrscheinlich anführen und könnte im Drei-Monats-Szenario 150 Dollar pro Barrel testen", schrieb Barclays in einer Mitteilung. Ein solches Preisniveau hätte weitreichende Folgen für die globale Wirtschaft und insbesondere für energieintensive Industrien in Deutschland und Europa.

Strategische Bedeutung der Straße von Hormus

Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Energiearterien der Welt. Vor Beginn des aktuellen Konflikts verlief durch diese Meerenge rund ein Fünftel der gesamten weltweiten Energieversorgung. Ein anhaltender Beinahe-Stillstand des Handels durch diese Route hätte damit unmittelbare Auswirkungen auf die globalen Öl- und Gasmärkte.

Der Konflikt hat laut einer Reuters-Umfrage unter Analysten die Prognosen für ein globales Öldefizit im Jahr 2026 weiter verschärft. Die Versorgungslücke dürfte sich also vergrößern, was den Preisdruck zusätzlich erhöht.

Ausblick: Überangebot erst 2027 erwartet

Für das Jahr 2027 zeichnet sich ein anderes Bild ab. Analysten erwarten, dass sich erholende Ölströme aus der Golfregion, eine robuste Produktion in den USA sowie eine schwächere Nachfrage aus China den Markt wieder in ein Überangebot führen werden. Kurzfristig jedoch bleibt die Lage angespannt, und die Entwicklungen rund um die Straße von Hormus dürften das dominierende Thema an den Ölmärkten bleiben.

Für deutsche Anleger und Unternehmen bedeutet dies: Steigende Energiepreise könnten die ohnehin belastete Konjunktur weiter unter Druck setzen. Besonders energieintensive Branchen wie die Chemie- oder Stahlindustrie müssen die Entwicklungen an der Straße von Hormus genau im Blick behalten.

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