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Barclays sieht IMI und Bodycote vor starkem Aufschwung

Kernenergie und Gasturbinen werden zum strukturellen Wachstumstreiber – Barclays kürt IMI zum klaren Favoriten im Sektor.

Barclays sieht IMI und Bodycote vor starkem Aufschwung

Die Investmentbank Barclays sieht britische Investitionsgüterunternehmen vor einem mehrjährigen Wachstumszyklus. Als Haupttreiber identifizieren die Analysten die steigende Nachfrage nach Kernenergie und Industriegasturbinen (IGT). Hintergrund sind der wachsende Strombedarf sogenannter Hyperscaler – also großer Rechenzentren –, Bedenken zur Energiesicherheit sowie die fortschreitende Dekarbonisierung der Wirtschaft.

In einer Mitteilung vom Montag hob Barclays das Kursziel für IMI von 2.810 Pence auf 3.230 Pence an und bestätigte die Einstufung „Overweight". Gleichzeitig behielt das Brokerhaus die Bewertung „Overweight" für Bodycote bei einem Kursziel von 820 Pence bei. Rotork hingegen wurde von „Overweight" auf „Equal Weight" herabgestuft, das Kursziel sank von 375 Pence auf 355 Pence.

IMI als klarer Favorit im Sektor

IMI sticht im Vergleich besonders hervor: Das Unternehmen erzielt rund 12% seines kombinierten Konzernumsatzes in den Bereichen Industriegasturbinen und Kernenergie. Zum Vergleich: Bei Rotork sind es lediglich etwa 3%. Innerhalb der Sparte Process Automation entfallen bei IMI 14% der Aufträge auf IGT und 13% auf die Kernenergie. Besonders stark ist das Aftermarket-Geschäft – es macht 74% der Kernenergieaufträge und 79% der IGT-Aufträge aus.

Barclays prognostiziert für IMI bis zum Geschäftsjahr 2028 ein Auftragswachstum von 48% im IGT-Bereich gegenüber dem Geschäftsjahr 2025. Im Kernenergiebereich sollen die Aufträge im gleichen Zeitraum um 38% zulegen. Der Gewinn je Aktie (EPS) soll auf Konzernebene mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 10% von 140,7 Pence im Geschäftsjahr 2026 auf 170,5 Pence im Geschäftsjahr 2028 steigen. Trotz dieser Wachstumsperspektiven wird IMI derzeit mit einem Abschlag von 18% gegenüber dem Sektor gehandelt – bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 19,6x für das Geschäftsjahr 2026.

Bodycote: Günstige Bewertung mit Hebelwirkung auf Gasturbinen

Auch Bodycote bietet nach Einschätzung von Barclays attraktives Potenzial. Das Unternehmen wird mit einem KGV von lediglich 13,9x für das Geschäftsjahr 2026 gehandelt und gehört damit zu den günstigsten Titeln im britischen und europäischen Analyseuniversum der Bank. Bodycote profitiert durch spezialisierte Fertigungsverfahren – heißisostatisches Pressen (HIP) sowie die thermische Bearbeitung von Schaufeln und Leitschaufeln – von der steigenden Nachfrage nach Gasturbinen.

Im Geschäftsjahr 2025 waren Industriegasturbinen sowie Luftfahrt und Verteidigung die einzigen Endmärkte, die für Bodycote Wachstum verzeichneten. Der IGT-Bereich legte dabei im Jahresvergleich um 6% zu. Barclays erwartet, dass sich der IGT-Umsatz von Bodycote bis zum Geschäftsjahr 2028 gegenüber dem Geschäftsjahr 2025 mehr als verdoppeln wird. Der Gewinn je Aktie soll mit einer CAGR von 12% von 48,8 Pence im Geschäftsjahr 2026 auf 61,6 Pence im Geschäftsjahr 2028 wachsen.

Rotork verliert Gunst der Analysten

Anders als IMI und Bodycote verliert Rotork an Rückenwind bei Barclays. Die Herabstufung von „Overweight" auf „Equal Weight" sowie die Senkung des Kursziels von 375 auf 355 Pence spiegeln die deutlich geringere Exposition gegenüber den Wachstumssegmenten Kernenergie und IGT wider. Mit einem Konzernumsatzanteil von nur rund 3% in diesen Bereichen fehlt Rotork der strukturelle Hebel, den IMI und Bodycote aufweisen.

Für deutsche Anleger sind diese Entwicklungen besonders relevant, da GE Vernova und Siemens Energy – ein DAX-Konzern – laut Barclays etwa 80% des relevanten Marktes abdecken und damit als wichtige Auftraggeber für die britischen Zulieferer fungieren. Der Investitionszyklus in Kernenergie und Gasturbinen dürfte sich über mehrere Jahre erstrecken und bietet damit eine langfristige Wachstumsperspektive für den gesamten Sektor.

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