ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Barclays stuft Finnair auf „Underweight" ab – Asien-Risiken 2026

Barclays sieht nach dem 50-Prozent-Kursanstieg der Finnair-Aktie kaum nachhaltiges Potenzial und warnt vor Umsatzrisiken im Asien-Geschäft.

Barclays stuft Finnair auf „Underweight" ab – Asien-Risiken 2026

Barclays hat die Aktie der finnischen Fluggesellschaft Finnair am Freitag von „Equal Weight" auf „Underweight" herabgestuft und ein Kursziel von 3,60 Euro festgelegt. Gemessen am Schlusskurs von 4,29 Euro impliziert dies ein Abwärtspotenzial von 16,1 Prozent. Die britische Großbank begründet den Schritt mit der Einschätzung, dass der jüngste Umsatzanstieg auf den Asien-Strecken nicht von Dauer sein wird.

Die Herabstufung kommt zu einem bemerkenswerten Zeitpunkt: Finnair-Aktien hatten in den drei Monaten vor der Entscheidung um 50 Prozent zugelegt – der stärkste Zuwachs unter allen von Barclays beobachteten europäischen Fluggesellschaften. Zum Vergleich: Der Helsinki 25 Index stieg im gleichen Zeitraum lediglich um 11 Prozent. Treiber dieser Entwicklung waren sinkende Treibstoffpreise sowie starke Einheitserlöse auf den Asien-Routen, die 40 Prozent der Gesamtkapazität von Finnair ausmachen.

Diese Asien-Strecken stützten laut Barclays den Anstieg des RASK (Erlös pro angebotenem Sitzplatzkilometer) der Gruppe um 24 Prozent im März und 18 Prozent im April. Der RASK ist eine zentrale Kennzahl in der Luftfahrtbranche, die die Erlöseffizienz einer Airline misst.

Rückkehr der Golf-Airlines als entscheidender Faktor

Barclays erwartet jedoch, dass sich die Zuwächse bei den Einheitserlösen im Mai und Juni abschwächen werden, bevor sie in der zweiten Jahreshälfte 2026 ins Negative drehen. Als Hauptgrund nennen die Analysten die zurückkehrende Kapazität der Golf-Airlines. Laut dem Flight Radar Recovery Tracker vom 26. Mai operiert Emirates bereits mit rund 85 Prozent der normalen Kapazität, Etihad mit 75 Prozent und Qatar mit 50 Prozent.

„Wir glauben, dass der Aktienkurs von Finnair den Optimismus widerspiegelt, dass die aktuellen Zuwächse bei den Einheitserlösen nachhaltig sind. Wir gehen nicht davon aus, dass dies eintreten wird", so Barclays in seiner Analyse.

Trotz des pessimistischen Ausblicks hebt Barclays seine EBIT-Schätzung für das Geschäftsjahr 2026 um 44 Prozent auf 132 Millionen Euro an, was ein stärkeres zweites Quartal widerspiegelt. Die revidierte EBIT-Marge für das Geschäftsjahr 2026 liegt damit bei 3,9 Prozent, nach zuvor 2,8 Prozent. Der Umsatz für das Geschäftsjahr 2026 wird auf 3,45 Milliarden Euro geschätzt. Auch der Gesamt-RASK wurde von 8,15 auf 8,25 Euro und der Passagier-RASK von 6,47 auf 6,56 Euro angehoben.

Trübere Aussichten für 2027 und 2028

Über das Jahr 2026 hinaus verdüstern sich die Prognosen deutlich. Barclays senkte das EBIT für das Geschäftsjahr 2027 um 5 Prozent auf 86 Millionen Euro und kürzte das EBIT für das Geschäftsjahr 2028 um 18 Prozent auf 123 Millionen Euro. Hintergrund sind steigende Treibstoffkosten: Der effektive Kerosinpreis soll im Geschäftsjahr 2027 auf 913,70 US-Dollar pro Tonne und im Geschäftsjahr 2028 auf 896,80 US-Dollar steigen.

Das Ergebnis je Aktie (EPS) für das Geschäftsjahr 2026 wird auf 0,34 Euro geschätzt, gegenüber einer früheren Schätzung von 0,18 Euro. Im Geschäftsjahr 2027 sinkt das EPS jedoch auf 0,25 Euro, bevor es sich 2028 auf 0,48 Euro erholt.

Das Kursziel von 3,60 Euro leitet sich aus einem dreistufigen DCF-Modell (Discounted-Cash-Flow) ab, das eine mittelfristige EBIT-Marge von 3,7 Prozent und einen WACC (gewichteter Kapitalkostensatz) von 7,8 Prozent verwendet. Im Upside-Szenario mit einer EBIT-Marge von 5,7 Prozent ergibt sich ein Wert von 5,60 Euro, im Downside-Szenario bei einer Marge von 2,7 Prozent lediglich 2,50 Euro.

Geopolitik als Wildcard

Die Marktkapitalisierung von Finnair beläuft sich auf 878 Millionen Euro bei 204,87 Millionen ausstehenden Aktien und einem Streubesitz von 44,29 Prozent. Die Nettoverschuldung soll laut Prognose von 962 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2025 auf 308 Millionen Euro bis zum Geschäftsjahr 2028 sinken.

Als entscheidenden Katalysator für ihre pessimistische These nennt Barclays die Wiederaufnahme von Ticket-Aktionen durch die Golf-Airlines. Interessant ist zudem der geopolitische Ausblick: Ein mögliches Friedensabkommen zwischen Russland und der Ukraine könnte das Vor-Kriegs-Modell des Helsinki-Drehkreuzes für Verkehrsströme zwischen Europa und Asien wiederbeleben. Barclays weist jedoch darauf hin, dass eine solche Entwicklung gleichzeitig die Einheitserlöse im Asien- und Frachtgeschäft sofort schwächen würde – ein zweischneidiges Schwert für Finnair-Anleger.

FinnairBarclaysUnderweightHerabstufungRASKAsien-StreckenFluggesellschaftKursziel

Disclaimer