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Barclays stuft Porsche AG vor Q2-Ergebnissen auf „Equal Weight" hoch

Barclays hebt Porsche von „Underweight" auf „Equal Weight" an und erhöht das Kursziel um 25% auf €50.

Barclays stuft Porsche AG vor Q2-Ergebnissen auf „Equal Weight" hoch

Barclays hat die Einstufung für die Porsche AG von „Underweight" auf „Equal Weight" angehoben und das Kursziel um 25% von €40 auf €50 erhöht. Als Begründung nennen die Analysten stabilisierte Konsensschätzungen für die Gewinne sowie das Fehlen kurzfristiger negativer Katalysatoren. Die Hochstufung erfolgt kurz vor der Bekanntgabe der Q2-Ergebnisse am 29. Juli.

Die Porsche-Aktie schloss am 15. Juni bei €49,81 – das impliziert gegenüber dem neuen Kursziel ein potenzielles Aufwärtspotenzial von lediglich 0,4%. Seit dem 20. März hat das Papier den SXAP-Index um rund 30% outperformt. „Wir müssen heute anerkennen, dass wir keine kurzfristigen negativen Katalysatoren sehen und für das Jahr 2028 im Einklang mit den Markterwartungen liegen – folglich neutralisieren wir unsere Empfehlung und stufen auf Equal Weight hoch", so die Barclays-Analysten.

Deutliche Schätzungskürzungen für 2026 und 2027

Trotz der Hochstufung senkte Barclays seine Schätzung für das bereinigte EBIT für 2026 um 13% und für 2027 um 17%. Damit liegt die Bank 7% unter dem Marktkonsens für das Konzern-EBIT im Jahr 2027. Für 2028 liegen die Prognosen hingegen weitgehend im Rahmen des Konsenses.

Bei den Auslieferungen erwartet Barclays einen deutlichen Rückgang: Im Jahr 2026 sollen die Auslieferungen im Jahresvergleich um 13% auf 242.000 Einheiten sinken, gefolgt von einem weiteren Rückgang um 11% auf 215.000 Einheiten im Jahr 2027. Für 2028 prognostiziert die Bank eine Erholung auf rund 250.000 Einheiten, gestützt durch neue Modelleinführungen – darunter ein Nachfolger für den Macan mit Verbrennungsmotor sowie ein elektrischer Nachfolger des 718.

Beim Umsatz rechnet Barclays mit €35,46 Milliarden für 2026, €33,95 Milliarden für 2027 und €36,90 Milliarden für 2028. Die EBIT-Margen werden im gleichen Zeitraum auf 8,8%, 8,1% beziehungsweise 10,5% geschätzt – verglichen mit einer gemeldeten Marge von lediglich 1,1% im Jahr 2025.

Bewertungsaufschlag gegenüber BMW und Mercedes „sehr üppig"

Barclays bewertet die Porsche-Aktie nun mit dem 15-fachen der für 2028 erwarteten Gewinne, nachdem zuvor das 12,5-fache der Schätzungen für 2026 angesetzt wurde. Aktuell wird Porsche am Markt mit etwa dem 17-fachen der für 2028 erwarteten Gewinne gehandelt. Zum Vergleich: BMW notiert bei etwa dem 5-fachen und Mercedes-Benz bei etwa dem 5,8-fachen der erwarteten Gewinne.

Diese Bewertungslücke bezeichnen die Analysten als „sehr üppig", sehen jedoch kurzfristig keinen Katalysator für eine Umkehr dieses Trends. Die Schätzungen für das Ergebnis je Aktie (EPS) liegen bei €2,37 für 2026, €2,09 für 2027 und €2,94 für 2028. Der freie Cashflow soll von €2,18 Milliarden im Jahr 2026 auf €3,07 Milliarden im Jahr 2028 steigen.

Für das optimistische Szenario setzt Barclays ein Kursziel von €65,00 an, das eine schnellere Erholung des Absatzvolumens und eine stärkere Preisgestaltung voraussetzt. Das pessimistische Szenario von €35,00 spiegelt eine langsamer als modellierte Margenverbesserung sowie ein potenzielles De-Rating auf unter das 15-fache der 2028er Gewinne wider.

Analysten- und Investorenveranstaltung vor den Q2-Zahlen

Porsche plant voraussichtlich am 20. Juni 2026 eine Veranstaltung für Analysten und Investoren, noch vor der Bekanntgabe der Q2-Ergebnisse am 29. Juli. Ein Kapitalmarkttag mit dem neuen Vorstandsvorsitzenden Michael Leiters wird nach der Sommerpause erwartet. Für Anleger dürften diese Termine wichtige Hinweise auf die strategische Ausrichtung des Stuttgarter Sportwagenherstellers liefern.

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