Barclays: Yuan-Aufwertung verlangsamt sich wegen PBOC-Interventionen
Barclays erwartet weiteren Yuan-Anstieg gegenüber dem Dollar, jedoch deutlich langsamer als die rund 6 Prozent des Vorjahres.

Die britische Großbank Barclays rechnet damit, dass der chinesische Yuan in den kommenden Monaten gegenüber dem US-Dollar weiter aufwerten wird. Allerdings dürfte das Tempo deutlich geringer ausfallen als der im vergangenen Jahr verzeichnete Anstieg von rund 6 Prozent. Als zentrale Bremsfaktoren nennt die Bank Interventionen der chinesischen Zentralbank sowie eine schwächelnde Binnenkonjunktur in China.
Die People's Bank of China (PBOC) stemmt sich aktiv gegen eine zu schnelle Aufwertung der eigenen Währung. Sie setzt die täglichen Referenzkurse – sogenannte Fixings – systematisch schwächer an, als es der Markt erwartet. Laut Barclays hat sich die durchschnittliche Abweichung zwischen den tatsächlichen und den vom Markt prognostizierten Fixings in den vergangenen Wochen spürbar vergrößert.
PBOC reagiert auf Yuan-Stärke
Ein wesentlicher Treiber für das Eingreifen der Zentralbank dürfte die relative Stärke des Yuan sein. Der handelsgewichtete CFETS-Yuan-Index – ein Maßstab für den Wert des Yuan gegenüber einem Korb wichtiger Handelswährungen – hat seinen höchsten Stand seit August 2022 erreicht. Ein zu starker Yuan verteuert chinesische Exporte auf den Weltmärkten und kann die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie beeinträchtigen.
Barclays weist darauf hin, dass Chinas Wirtschaft trotz robuster Exportzahlen keinen Verlust an Exportdynamik verkraften kann. Die schwächelnde Inlandsnachfrage macht die Exportwirtschaft zu einem besonders kritischen Pfeiler des Wachstums. Eine übermäßige Aufwertung des Yuan würde diesen Pfeiler zusätzlich belasten.
Exporteure konvertieren weniger Dollar
Ein weiterer Faktor, der das Aufwertungstempo des Yuan bremsen könnte, ist das Verhalten chinesischer Exporteure. Barclays erwartet, dass die Dollar-Konvertierungen durch Exporteure – also der Umtausch von Exporterlösen in Yuan – sich in den kommenden Monaten weiter verlangsamen werden. Diese Entwicklung setzt einen bereits beobachteten Trend fort, der sich in einer sinkenden Devisenabrechnungsquote widerspiegelt.
Chinas Handelsbilanzüberschuss bleibt derweil robust, was grundsätzlich eine stützende Wirkung auf den Yuan hat. Der Handel am chinesischen Onshore-Devisenmarkt wird dabei primär durch Transaktionen von Finanzinstituten bestimmt.
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Zur AktienanalyseDie Marktstimmung gegenüber dem Yuan hat sich laut Barclays zuletzt eingetrübt. Dies zeigt sich in den sogenannten 25-Delta-Risk-Reversal-Skews für drei Monate – einem Optionsmarkt-Indikator, der die relative Nachfrage nach Absicherungen gegen Währungsbewegungen misst. Dieser Indikator ist für den Yuan weniger optimistisch geworden, was auf eine verhaltene Erwartungshaltung der Marktteilnehmer hindeutet.
Für deutsche Anleger und Unternehmen mit China-Exposure ist die Yuan-Entwicklung ein wichtiger Faktor. Ein stärkerer Yuan erhöht zwar den Wert chinesischer Gewinne in Euro-Rechnung, kann aber gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit chinesischer Exporteure gegenüber europäischen Konkurrenten beeinflussen. Die PBOC-Interventionen signalisieren, dass Peking eine geordnete und kontrollierte Währungsentwicklung anstrebt – ohne abrupte Kurssprünge in beide Richtungen.

