Bargeldtausch für Skandinavien-Reisende in Gefahr
Strengere Geldwäschevorschriften erschweren den Umtausch von Kronen in Deutschland

Mehrere deutsche Banken warnen davor, dass norwegische, schwedische und dänische Kronen bald nicht mehr in Deutschland umgetauscht werden können. Die betroffenen Banken, darunter die Landesbanken Helaba und BayernLB, die Commerzbank, die DZ-Bank-Tochter Reisebank sowie die VR Bank Nord, haben sich zusammengeschlossen, um auf die Problematik aufmerksam zu machen. Hintergrund ist, dass skandinavische Geschäftsbanken aufgrund verschärfter Geldwäschevorschriften keine Kronen mehr aus Deutschland zurückkaufen.
Michael Eubel, Abteilungsleiter Sorten und Edelmetalle bei der BayernLB, beschreibt die Situation als "Herz-Kreislauf-Stillstand" im Bargeldkreislauf zwischen Deutschland und Skandinavien. Laut Carsten Gehrke, Abteilungsleiter Sorten- und Edelmetallhandel bei der Commerzbank, könnte dieser Kreislauf für drei der beliebtesten Urlaubsziele in absehbarer Zeit zusammenbrechen. Besonders betroffen wären deutsche Urlauber, die Kronen nach ihrer Reise mit nach Hause bringen und erst später umtauschen wollen.
Die Bedeutung von Bargeld nimmt in Europa generell ab. Laut Bundesbank erfolgen in Schweden nur noch acht bis neun Prozent aller Zahlungen mit Bargeld, in Norwegen sogar nur drei Prozent. In Deutschland hingegen wird weiterhin etwa die Hälfte aller Einkäufe mit Bargeld bezahlt. Viele deutsche Urlauber nehmen daher größere Mengen Bargeld mit ins Ausland, um in Notfällen abgesichert zu sein.
Die skandinavischen Länder haben ihre Regulierungen zur Geldwäscheprävention verschärft, was die Rücknahme von Bargeld erschwert. Daniela Schweizer, Leiterin Handel und Vertrieb Sorten sowie Edelmetalle bei der Helaba, erklärt, dass es keine praktikable Lösung gebe, um den Herkunftsnachweis für den grenzüberschreitenden Bargeldkreislauf zu erbringen. Banken müssten detaillierte Angaben zu jeder einzelnen Transaktion bereitstellen, was mit hohen Kosten verbunden wäre.
Reisebank-Sprecher Rüdiger Schmitt weist darauf hin, dass bereits jetzt Kunden ab einer Summe von umgerechnet 2500 Euro einen Herkunftsnachweis vorlegen müssen. Die Banken hätten bislang eine Übergangslösung gefunden, indem sie Kronen auf eigenes Risiko aufbewahren und in der nächsten Reisesaison wieder verkaufen. Diese Möglichkeit könnte jedoch bald entfallen. Zudem werden ältere Banknoten regelmäßig aus dem Verkehr gezogen, sodass sich die Situation weiter verschärfen könnte.
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Zur AktienanalyseAuch für skandinavische Bürger hat die Entwicklung Folgen. Besonders im Grenzgebiet zu Deutschland zahlen sie häufig bar, um Gebühren für Auslandstransaktionen zu vermeiden. Da einige deutsche Banken die Annahme skandinavischer Währungen bereits eingeschränkt haben, akzeptieren auch grenznahe Geschäfte in Deutschland zunehmend keine Kronen mehr. Die dänische Zentralbank hat zwar eine einmalige Ankaufaktion für dänische Kronen gestartet, weist jedoch darauf hin, dass dies keine langfristige Lösung darstellt. Sie rät weiterhin davon ab, dänisches Bargeld ins Ausland mitzunehmen.


