Barrick und Newmont einigen sich: Weg frei für Milliarden-Börsengang
Nach monatelangem Streit legen die zwei größten Goldminenbetreiber der Welt ihre Differenzen bei und ebnen den Weg für einen Mega-Börsengang.

Barrick Gold und Newmont, zwei der weltweit größten Goldminenbetreiber, haben ihren erbitterten Streit beigelegt. Die Einigung ermöglicht einen der bedeutendsten Bergbau-Börsengänge des laufenden Jahres. Kern der Vereinbarung ist die Erweiterung des gemeinsamen Joint Ventures Nevada Gold Mines (NGM) sowie die Zustimmung Newmonts zum geplanten Börsengang von Barricks nordamerikanischen Vermögenswerten.
Im Rahmen des Deals bringt Barrick seine Goldentdeckung Fourmile in das Joint Venture ein. Newmont leistet im Gegenzug eine Einmalzahlung von rund 1,95 Milliarden US-Dollar an Barrick – ein Betrag, der den zusätzlichen Wert des Fourmile-Projekts widerspiegelt. Laut Barrick könnte Fourmile bis zu 750.000 Unzen Gold pro Jahr produzieren.
Vom Streit zur Einigung
Die Beziehung zwischen den beiden Bergbaugiganten war noch im vergangenen Herbst „in Trümmern", wie eine mit den Gesprächen vertraute Person berichtete. Anfang dieses Jahres hatte Newmont Barrick öffentlich „Missmanagement" der Nevada-Vermögenswerte vorgeworfen – darunter die angebliche „Abzweigung von Ressourcen von NGM zugunsten von Barricks hundertprozentigem Grundstück Fourmile". Der Konflikt drohte, Barricks Pläne für eine separate Börsennotierung seiner nordamerikanischen Assets zu torpedieren.
Die Wende kam durch intensive Gespräche auf höchster Ebene. Barrick-Vorstandschef Mark Hill und Newmont-Chefin Natascha Viljoen trafen sich in den vergangenen vier Monaten wiederholt persönlich, begleitet von umfangreichen Verhandlungen zwischen den Rechts-, Finanz- und Technik-Teams beider Unternehmen. „Newmont hat dem Börsengang zugestimmt, und die Parteien haben vereinbart, NGM durch die vorzeitige Einbringung unserer ausgeschlossenen Grundstücke zu erweitern sowie alle Streitigkeiten beizulegen", erklärte Hill.
Börsengang: 10 bis 15 Prozent des Nordamerika-Geschäfts
Barrick plant, zwischen 10 und 15 Prozent seines nordamerikanischen Geschäfts an die Börse zu bringen. Der endgültige Umfang des Angebots soll in den kommenden Monaten festgelegt werden. Das NGM-Joint Venture ist für Barrick von zentraler strategischer Bedeutung: Es trägt etwa die Hälfte der gesamten Goldproduktion und des Gewinns des Unternehmens bei. Gleichzeitig werden die in den USA ansässigen Vermögenswerte von Investoren deutlich höher bewertet als Barricks Minen in Afrika.
Den Großteil der Newmont-Zahlung von 1,95 Milliarden US-Dollar will Barrick nach eigenen Angaben an seine Aktionäre ausschütten – vorbehaltlich der Zustimmung des Verwaltungsrats. Die Zahlung fließt dabei direkt an Barrick und nicht an das neu zu gründende nordamerikanische Unternehmen. Die Einigung umfasst zudem Änderungen an der Governance-Struktur von NGM, wobei Einzelheiten noch nicht bekannt gegeben wurden.
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Zur AktienanalyseStarkes Quartalsergebnis, aber Aktie unter Druck
Trotz der strategisch positiven Nachrichten reagierte der Markt zunächst verhalten. Die Barrick-Aktie fiel am Montagmorgen um 8 Prozent, womit der Marktwert des Unternehmens auf rund 69 Milliarden US-Dollar beziffert wird. Für das zweite Quartal meldete Barrick einen Nettogewinn von 1,2 Milliarden US-Dollar – ein Anstieg von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im Vergleich zum ersten Quartal, als der Goldpreis nahe 5.600 US-Dollar pro Unze lag, verzeichnete das Unternehmen jedoch einen Rückgang von 24 Prozent – bedingt durch einen niedrigeren Goldpreis und gestiegene Kosten.


