ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

BASF-Chef warnt vor Iran-Risiken für Automobil-Lieferketten

Markus Kamieth sieht steigende Inflation und Lieferkettenunterbrechungen als wachsende Gefahr für die Automobilbranche in der zweiten Jahreshälfte.

BASF-Chef warnt vor Iran-Risiken für Automobil-Lieferketten

BASF-Vorstandsvorsitzender Markus Kamieth hat bei einem Pressetermin in Frankfurt eindringlich vor den wirtschaftlichen Folgen des US-israelischen Konflikts mit dem Iran gewarnt. Steigende Inflation und drohende Lieferkettenunterbrechungen trübten die Aussichten für die Automobilbranche und die Gesamtwirtschaft erheblich ein. Kamieth machte deutlich, dass Materialengpässe in der zweiten Jahreshälfte 2026 wahrscheinlicher werden.

Besonders eng getaktete Lieferketten, wie sie in der Automobilproduktion üblich sind, könnten durch den Konflikt zum Stillstand gebracht werden. Der BASF-Chef verwies darauf, dass der Konflikt bereits jetzt zu einer Verknappung von Einsatzstoffen wie Schwefel und Helium beiträgt. „Das ist ein Abwärtsrisiko, das ich für die zweite Jahreshälfte sehe", sagte Kamieth.

Bandstillstände als reales Szenario

BASF beliefert die globale Automobilindustrie mit einer Vielzahl unverzichtbarer Produkte – darunter Lacke, Kunststoffe, Katalysatoren und Batteriematerialien. Diese Chemikalien werden von Automobilherstellern und deren Zulieferern in der gesamten Produktionskette eingesetzt. Engpässe bei solchen Basisstoffen könnten das Risiko von Bandstillständen in einer Branche erhöhen, die auf Tausende von Komponenten aus verschiedenen Quellen angewiesen ist.

Kamieth beschrieb das Risiko als schleichend, aber real: „Es besteht das schleichende Risiko, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt ein Material nicht mehr verfügbar sein wird." Diese Warnung ist für die deutsche Automobilindustrie besonders relevant, da Deutschland mit Herstellern wie Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz zu den weltweit bedeutendsten Automobilstandorten zählt. Unterbrechungen in globalen Rohstofflieferketten treffen deutsche Produzenten daher besonders hart.

Kamieth zu China: Abkopplung unmöglich

Neben dem Iran-Konflikt äußerte sich der BASF-Chef auch zur geopolitischen Lage rund um Taiwan. Kamieth betonte, er glaube nicht, dass China oder die USA einen Konflikt um Taiwan auslösen wollen. Gleichzeitig machte er klar, dass eine vollständige Abkopplung des Westens von China selbst im Falle einer Konfrontation um das umstrittene Territorium unmöglich wäre.

„Sanktionen würden kommen, Gegenmaßnahmen würden kommen", so Kamieth. Er wies jedoch Vergleiche mit der russischen Invasion in der Ukraine und den darauffolgenden westlichen Gegenmaßnahmen entschieden zurück. Die wirtschaftliche Dimension sei schlicht nicht vergleichbar: „Russland ist wirtschaftlich gesehen ein Mini-Mini-Effekt im Vergleich zu China", sagte der BASF-Chef. Diese Einschätzung unterstreicht, wie gravierend die Folgen eines China-Konflikts für die globale Wirtschaft wären – und wie begrenzt die Handlungsspielräume westlicher Staaten in einem solchen Szenario tatsächlich sind.

BASF gehört als weltgrößter Chemiekonzern zu den zentralen Akteuren in globalen Industrielieferketten. Die Warnungen des Vorstandsvorsitzenden dürften daher nicht nur für Anleger des DAX-Konzerns, sondern für die gesamte deutsche Industrie von Bedeutung sein.

BASFLieferketteIran-KonfliktAutomobilindustrieMarkus KamiethMaterialengpassGeopolitik

Disclaimer