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BASF-Chef warnt vor Lieferkettenrisiken durch Iran-Konflikt

Vorstandschef Markus Kamieth sieht steigende Inflation und Materialengpässe als wachsende Bedrohung für die Automobilindustrie.

BASF-Chef warnt vor Lieferkettenrisiken durch Iran-Konflikt

BASF-Vorstandsvorsitzender Markus Kamieth hat bei einem Pressetermin in Frankfurt eindringlich vor den wirtschaftlichen Folgen des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran gewarnt. Laut Kamieth trüben steigende Inflation und drohende Lieferkettenunterbrechungen die Aussichten für den Automobilsektor und die Gesamtwirtschaft erheblich ein. Besonders eng getaktete Lieferketten, wie sie in der Automobilproduktion üblich sind, könnten durch Materialengpässe zum Erliegen kommen.

Der Konflikt trage bereits jetzt zu einer Verknappung wichtiger Einsatzstoffe bei. Kamieth nannte konkret Schwefel und Helium als Rohstoffe, deren Verfügbarkeit bereits spürbar eingeschränkt sei. „Das ist ein Abwärtsrisiko, das ich für die zweite Jahreshälfte sehe", sagte der BASF-Chef. „Es besteht dieses schleichende Risiko, dass irgendwann ein Material nicht mehr verfügbar sein wird."

Automobilindustrie besonders verwundbar

BASF zählt zu den wichtigsten Zulieferern der globalen Automobilindustrie. Der Ludwigshafener Chemiekonzern beliefert Automobilhersteller und deren Zulieferer mit einer breiten Palette an Produkten – darunter Lacke, Kunststoffe, Katalysatoren und Batteriematerialien. Engpässe bei Basisstoffen könnten das Risiko von Bandstillständen in einer Branche erhöhen, die auf Tausende von Komponenten aus verschiedenen Quellen angewiesen ist.

Die Automobilindustrie gilt als besonders anfällig für Lieferkettenprobleme, wie die Erfahrungen während der Corona-Pandemie gezeigt haben. Damals legten Engpässe bei Halbleitern ganze Produktionslinien lahm. Ein ähnliches Szenario bei chemischen Grundstoffen hätte weitreichende Folgen für die gesamte Wertschöpfungskette – von der Rohstoffgewinnung bis zum fertigen Fahrzeug.

Kamieth zu China: Abkopplung wäre unmöglich

Neben dem Iran-Konflikt äußerte sich Kamieth auch zu den geopolitischen Risiken rund um Taiwan. Er glaube nicht, dass China oder die USA einen Konflikt um das umstrittene Territorium auslösen wollen. Selbst im Falle einer Konfrontation sei eine vollständige Abkopplung des Westens von China nicht realisierbar. „Sanktionen würden kommen, Gegenmaßnahmen würden kommen", so Kamieth.

Gleichzeitig wies der BASF-Chef Vergleiche mit der russischen Invasion in der Ukraine zurück. Die wirtschaftlichen Verflechtungen mit China seien mit denen zu Russland nicht annähernd vergleichbar. „Russland ist wirtschaftlich gesehen ein Mini-Mini-Effekt im Vergleich zu China", betonte Kamieth. Diese Einschätzung unterstreicht, wie tiefgreifend die wirtschaftliche Abhängigkeit westlicher Volkswirtschaften von China ist – und wie begrenzt die Handlungsspielräume im Ernstfall wären.

Die Aussagen des BASF-Chefs verdeutlichen, dass geopolitische Risiken zunehmend in den Mittelpunkt unternehmerischer Risikobetrachtungen rücken. Für Anleger und Unternehmen der Automobilbranche bedeutet dies, dass die zweite Jahreshälfte 2026 mit erhöhter Unsicherheit verbunden sein könnte.

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