BASF plant Börsengang der Agrarsparte
Mehr Eigenständigkeit, Fokus auf Saatgut und globale Wachstumschancen bis 2027

Die Agrarsparte des Chemiekonzerns BASF bereitet sich auf einen Börsengang vor, der bis zum Jahr 2027 erfolgen soll. Der Geschäftsbereich soll bis dahin weltweit in neue Gesellschaften überführt werden, die eigenständig agieren können. Die Umstrukturierung umfasst unter anderem die Anpassung von IT-Systemen. Ein gezielter Marketingprozess für den geplanten Börsengang sei noch nicht gestartet, erste strukturelle Veränderungen seien jedoch bereits sichtbar. Laut Spartenchef Livio Tedeschi konkurriert der Bereich nicht mehr mit Investitionen in andere Konzernteile wie Petrochemikalien oder Ernährungsgeschäfte.
Durch die Abkopplung vom Mutterkonzern erhält die Agrarsparte mehr unternehmerische Freiheit. Investitionen werden künftig eigenständig entschieden, auch wenn die übergeordneten finanziellen Ziele weiterhin durch BASF festgelegt werden. Das Forschungsbudget wurde auf zehn Prozent des Umsatzes angehoben. Damit soll die Innovationskraft des Bereichs gestärkt werden, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Die Ausgliederung der Agrarsparte ist Bestandteil einer umfassenderen Strategie von BASF-Chef Markus Kamieth, der den Konzern stärker auf seine Kernaktivitäten fokussieren will. Diese Strategie wurde im vergangenen Jahr vorgestellt. Die Agrarchemie zählt nicht mehr zu den Kerngeschäften von BASF. Ein konkreter Standort für den Börsengang steht noch nicht fest. Derzeit werden verschiedene Optionen unter Berücksichtigung von Kosten und Kapitalverfügbarkeit geprüft. Geplant ist, zunächst nur einen Minderheitsanteil zu veräußern.
Die Agrarsparte soll für Investoren besonders attraktiv sein. Tedeschi verweist auf eine erwartete Wertschöpfung von 7,5 Milliarden Euro bis 2034 aus der Produktpipeline. Im Jahr 2024 erzielte das Agrargeschäft einen Umsatz von knapp 9,8 Milliarden Euro und einen bereinigten Betriebsgewinn von 1,9 Milliarden Euro. Die operative Marge ging jedoch auf 19,8 Prozent zurück, was vor allem auf den Preisdruck im Herbizidbereich zurückgeführt wird.
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Zur AktienanalyseEin besonderer Fokus liegt auf dem Ausbau des Saatgutgeschäfts. Der Umsatzanteil dieses Bereichs soll von 22 auf 25 Prozent steigen, unter anderem durch die Einführung eines neuen Hybridweizens bis Ende des Jahrzehnts. Auch externe Partnerschaften und Zukäufe werden in Betracht gezogen. Weitere Produktneuheiten sind in Bereichen wie Insektiziden, Herbiziden, Fungiziden und Nematodenkontrolle geplant. Die 2018 erfolgte Übernahme des Saatgutgeschäfts von Bayer habe laut Tedeschi eine zentrale Rolle bei der strategischen Neuausrichtung gespielt.


