BASF stellt Standort Ludwigshafen auf den Prüfstand
Mögliche Schließungen und milliardenschwere Investitionen als Teil der neuen Strategie

Der neue BASF-Chef Markus Kamieth hat die Beschäftigten auf mögliche Einschnitte vorbereitet, während er gleichzeitig betont, dass der Standort Ludwigshafen im Kern zukunftsfähig sei. Auf einem globalen Mitarbeitertreffen erklärte Kamieth, dass das Stammwerk durch Investitionen in Milliardenhöhe gestärkt werden soll. Allerdings gab er keine Garantie, dass alle Anlagen erhalten bleiben. Vor allem kleinere Anlagen könnten von Schließungen betroffen sein, und die Trennung von Unternehmensteilen wie dem Segment Coatings bleibt eine Option.
Die Zukunft des Standorts Ludwigshafen wird auch am Kapitalmarkttag eine zentrale Rolle spielen. Das Werk, an dem rund 39.000 Mitarbeiter beschäftigt sind, kämpft seit Jahren mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Neben der schwachen Konjunktur in Europa belasten vor allem die hohen Energiekosten in Deutschland den Standort. Insider berichten, dass sich die Belegschaft weiterhin verunsichert fühlt, insbesondere im globalen Wettbewerb mit Standorten in Asien, wo sich das Hauptgeschäft der Chemie zunehmend hin verlagert.
Eine interne Analyse zeigt, dass mehr als 80 Prozent der rund 200 Anlagen in Ludwigshafen als zukunftsfähig gelten, während etwa 15 Prozent als gefährdet eingestuft werden. Ob es tatsächlich zu Schließungen kommt, hängt von der weiteren Entwicklung der Chemie- und Energiemärkte sowie dem strategischen Umbau des Konzerns ab. Dabei steht BASF vor der Herausforderung, dass die Strom- und Gaspreise in Deutschland deutlich höher sind als an Standorten in Asien oder den USA. Gleichzeitig leidet das Geschäft unter den Niedrigstpreisen chinesischer Chemiekonzerne, die ihre Produkte verstärkt auf westliche Märkte exportieren.
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Zur AktienanalyseTrotz dieser Schwierigkeiten wird erwartet, dass Ludwigshafen künftig stärker auf Spezialchemie setzt, insbesondere in den Bereichen Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft. Dieser Wandel bringt jedoch auch Risiken mit sich. Wenn einzelne Anlagen geschlossen werden, könnte dies aufgrund der engen Vernetzung von Produktionen Auswirkungen auf weitere Teile des Werks haben. Dies hat sich bereits gezeigt, als BASF in den vergangenen Monaten mehrere kleine Anlagen, die Zwischenprodukte für Kunststoffe und Klebstoffe herstellen, stilllegte. Betroffene Mitarbeiter müssen jedoch vorerst nicht mit Entlassungen rechnen, da betriebsbedingte Kündigungen durch einen Beschäftigungssicherungs-Vertrag bis 2025 ausgeschlossen sind.


