BASF verkauft Geschäft in Brasilien
Konzernumbau schreitet voran – weitere Verkäufe und Stellenabbau geplant

BASF hat den Verkauf seines brasilianischen Geschäfts mit Bautenanstrichmitteln bekannt gegeben. Der Ludwigshafener Chemiekonzern veräußert die Sparte für 1,15 Milliarden US-Dollar, umgerechnet etwa 1,1 Milliarden Euro, an den US-amerikanischen Farbenhersteller Sherwin-Williams. Der Kaufpreis bezieht sich auf die Transaktion ohne Berücksichtigung von Barmitteln und Finanzverbindlichkeiten. Die Vereinbarung ist Teil der laufenden Portfolioanpassungen des Unternehmens, das sich mit Restrukturierungen wieder auf Erfolgskurs bringen will.
Das Geschäft mit Bautenanstrichmitteln in Brasilien umfasst unter anderem Farben, Farbvorbereitungsprodukte und digitale Lösungen. Die Transaktion beinhaltet die Produktionsstandorte in Demarchi und Jaboatão sowie rund 1000 Mitarbeiter, die künftig für den Käufer Sherwin-Williams tätig sein werden. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die Sparte einen Umsatz von etwa 525 Millionen US-Dollar. Der Abschluss der Übernahme wird für die zweite Jahreshälfte 2025 erwartet.
Die Veräußerung der Sparte gehört zu dem Konzernumbau, den BASF-Chef Markus Kamieth im September 2024 angekündigt hatte. Mit dem Umbau verfolgt der Konzern das Ziel, das Unternehmen neu aufzustellen und die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern. Vorstandsmitglied Anup Kothari, der den Unternehmensbereich Coatings verantwortet, bezeichnete die Unterzeichnung des Vertrags als wichtigen Schritt zur Erschließung des Werts der eigenständigen Geschäfte.
Der Chemiekonzern plant darüber hinaus weitere Schritte zur Neuausrichtung seines Portfolios. Für das zweite Quartal 2025 ist die Prüfung strategischer Optionen für die verbleibenden Coatings-Aktivitäten vorgesehen. Dieser Bereich umfasst unter anderem Autoserienlacke, Reparaturlacke und Oberflächenbehandlungen. Das Unternehmen hält sich die Möglichkeit offen, diese Geschäftssegmente ganz oder teilweise abzugeben.
Neben dem Verkauf einzelner Geschäftsbereiche stehen auch Einsparungen und Stellenabbau im Fokus der Neuausrichtung. Am Stammsitz in Ludwigshafen könnten weitere Produktionsanlagen geschlossen werden. In Zusammenhang mit dem laufenden Sparprogramm ist dort ein Abbau von Arbeitsplätzen geplant, dessen konkretes Ausmaß noch nicht beziffert wurde. Auch die Dividende soll erstmals seit 2010 gesenkt werden.
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Zur AktienanalyseZu den Bereichen, die BASF nicht mehr als Kerngeschäft betrachtet, gehören neben dem Coatings-Geschäft auch die Agrarsparte, Batteriematerialien und Auto-Abgaskatalysatoren. Für diese Segmente werden ebenfalls unterschiedliche Portfoliooptionen geprüft. Der Konzern befindet sich zudem in Gesprächen mit dem Betriebsrat über eine Modernisierung des Standorts Ludwigshafen und einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen. Die derzeit gültige Standortvereinbarung läuft Ende 2025 aus.


