Bauzinsen auf Jahrestief dank sinkender Inflation
Experten uneins über die zukünftige Zinsentwicklung und deren Einfluss auf Immobilienpreise

Die aktuellen Bauzinsen in Deutschland haben ein Jahrestief erreicht. Verantwortlich dafür sind sinkende Inflationsraten, die die Finanzierungskonditionen für den Kauf von Immobilien verbessern. Laut dem FMH-Index liegen die durchschnittlichen Zinsen für ein Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung bei 3,28 Prozent, was den niedrigsten Stand des Jahres darstellt. Besonders günstige Angebote bieten Zinsen von unter drei Prozent an, wobei der niedrigste Wert derzeit bei 2,87 Prozent liegt. Solch niedrige Zinsen wurden zuletzt im Sommer 2022 verzeichnet.
Mirjam Mohr, Vorständin des Baufinanzierungsvermittlers Interhyp, erwartet, dass sich die Zinsen auf diesem Niveau stabilisieren und die Immobilienpreise weiter steigen werden. Allerdings gibt es unter den befragten Experten unterschiedliche Meinungen zu den weiteren Entwicklungen. Während ein Teil der Fachleute optimistisch bleibt und eine Fortsetzung der Zinssenkungen durch die Notenbanken erwartet, glauben andere, dass sich diese bereits im Markt niedergeschlagen haben und die Bauzinsen sich langfristig seitwärts bewegen werden.
Etwa die Hälfte der befragten Experten geht davon aus, dass sich die Bauzinsen langfristig zwischen drei und 3,5 Prozent einpendeln werden. Dennoch gibt es auch skeptischere Stimmen, die davon ausgehen, dass die Zinsen bis Ende 2024 wieder ansteigen könnten und ein Niveau zwischen 3,5 und vier Prozent erreichen werden. Diese Prognose basiert auf der Annahme, dass der Spielraum für weitere Zinssenkungen aufgrund des aktuellen Konjunktur- und Inflationsausblicks begrenzt ist.
Max Herbst von der FMH-Finanzberatung betont, dass die Bauzinsen eher von der Entwicklung der Inflationsrate als von den Leitzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) beeinflusst werden. Entscheidender Faktor für die Höhe der Bauzinsen sei die Rendite der zehnjährigen deutschen Bundesanleihen, da Banken ihre Darlehen über den Pfandbriefmarkt refinanzieren. Pfandbriefe, die durch Immobilien besichert sind, weisen in puncto Sicherheit eine Ähnlichkeit zu Staatsanleihen auf, weshalb sich die Renditen der beiden Anlageformen parallel entwickeln.
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Zur AktienanalyseDie Standardrate für Baufinanzierungen ist ebenfalls gesunken. Dr. Klein, ein weiterer Finanzierungsvermittler, errechnete für ein Darlehen von 300.000 Euro mit zwei Prozent Tilgung und zehn Jahren Zinsbindung eine monatliche Rate von 1.395 Euro, was dem niedrigsten Stand seit Sommer 2022 entspricht.


