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BayWa einigt sich auf Sanierungsplan bis 2027

Maßnahmenpaket umfasst Schuldenreduzierung, Kapitalerhöhung und Verkauf von Unternehmensbeteiligungen

BayWa einigt sich auf Sanierungsplan bis 2027

Der hoch verschuldete Agrar- und Baustoffkonzern BayWa hat sich mit seinen Hauptaktionären und Gläubigerbanken auf grundlegende Maßnahmen zur Sanierung verständigt. Ziel ist eine Neuaufstellung des Unternehmens bis zum Jahr 2027. Die Einigung sieht unter anderem eine Kapitalerhöhung in Höhe von 150 Millionen Euro vor, an der sich die Bayerische Raiffeisen-Beteiligungs-AG und die österreichische Raiffeisen Agrar Invest als Großaktionäre beteiligen werden. Die Details dieser Maßnahme sollen bis Ende März 2025 finalisiert werden. Parallel dazu verhandelt das Unternehmen mit den Gläubigern über eine Verlängerung der mehr als fünf Milliarden Euro umfassenden Schuldenlast. Bis zum geplanten Abschluss der Vereinbarung im April 2025 haben sich die Gläubiger bereit erklärt, auf Forderungen zu verzichten, nachdem das bisherige Stillhalteabkommen zum Jahresende ausgelaufen wäre.

Ein zentraler Bestandteil der Sanierungsstrategie ist der Verkauf von Unternehmensanteilen. Bis Ende März 2025 soll die Beteiligung von 47,5 Prozent an der österreichischen Schwesterfirma RWA Raiffeisen Ware Austria für 176 Millionen Euro an die RWA-Genossenschaft verkauft werden. Diese hält bereits knapp die Hälfte der Anteile an der RWA und ist der zweitgrößte Aktionär der BayWa. Weitere Verkäufe, darunter der niederländische Getreide- und Sojahändler Cefetra sowie der neuseeländische Obsterzeuger T&G Global, sind ebenfalls geplant. Der vollständige Verkauf der Anteile an der Tochtergesellschaft BayWa r.e., die im Bereich Wind- und Solarenergie tätig ist, soll jedoch schrittweise bis 2027 erfolgen, da das Geschäft aktuell unter schwierigen Bedingungen leidet.

Die BayWa plant zudem eine deutliche Reduktion der Belegschaft. Bis zu 1.300 Vollzeitstellen sollen allein in der Muttergesellschaft BayWa AG abgebaut werden, was etwa 16 Prozent der Arbeitsplätze in Deutschland entspricht. Auch international wird die Zahl der Mitarbeiter aufgrund der geplanten Unternehmensverkäufe sinken. Aktuell beschäftigt die BayWa weltweit über 23.000 Menschen in 60 Ländern.

Das Unternehmen, das vor 101 Jahren aus der Genossenschaftsbewegung hervorging, hat sich in den letzten Jahrzehnten stark erweitert. Besonders die kreditfinanzierte Expansion in den Bereichen erneuerbare Energien sowie Getreide- und Obsthandel führte zu einer hohen Schuldenlast. Allein in den ersten neun Monaten des Jahres 2024 verzeichnete die BayWa einen Nettoverlust von 641 Millionen Euro. Die nun vereinbarten Maßnahmen sollen dazu beitragen, das Unternehmen langfristig zu stabilisieren und seine Rolle in der deutschen Landwirtschaft sowie im Bau- und Energiesektor zu sichern.

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