Bayer-Aktie stürzt 12% ab: Roundup-Vergleich überzeugt Anleger nicht
Trotz 7,25 Milliarden Dollar Vergleichsangebot bleiben rechtliche Unsicherheiten bestehen.

Die Bayer-Aktie ist am Mittwoch um bis zu 12 Prozent eingebrochen und hat damit die Kursgewinne vom Vortag mehr als zunichtegemacht. Anleger reagierten skeptisch auf den vorgeschlagenen Vergleich über 7,25 Milliarden Dollar zur Beilegung von Krebsklagen im Zusammenhang mit dem Unkrautvernichter Roundup. Der Leverkusener Konzern hatte am Dienstagabend mitgeteilt, eine Einigung zur Beilegung Zehntausender aktueller und künftiger Produkthaftungsklagen erzielt zu haben.
Der zunächst positive Kurssprung von 7,3 Prozent am Dienstag wurde durch den Rückgang von 9,6 Prozent bis 13:35 Uhr GMT deutlich überkompensiert. Die Roundup-Problematik belastet Bayer seit der Übernahme des US-Konzerns Monsanto im Jahr 2018 und hat sich zu einem der größten rechtlichen Risiken für das Unternehmen entwickelt.
Analysten sehen weiterhin Unsicherheiten
Die Investmentbank JPMorgan bewertete den Vergleich zwar als Schritt in die richtige Richtung, bemängelte jedoch fehlende Details. Bayer habe nicht offengelegt, wie viele Kläger dem Deal zustimmen müssen und wie bereitwillig diese das Angebot annehmen würden. "Es bleiben Erwägungen wie die Notwendigkeit einer gerichtlichen Genehmigung und die Möglichkeit einer hohen Zahl von Ablehnungen", erklärten die Analysten.
Markus Manns, Portfoliomanager bei Union Investment, warnte bereits am Dienstagabend, dass der Vorschlag "noch nicht der Durchbruch sei, den sich viele Anleger erhofft hatten". Sowohl JPMorgan als auch Manns betonten, dass viel von einem ausstehenden Urteil des Supreme Court zur grundsätzlichen Zulässigkeit der Klagen abhänge.
Supreme Court als entscheidender Faktor
Bayer hat den Obersten Gerichtshof der USA angerufen, um die Klagen für ungültig erklären zu lassen. Der Konzern argumentiert, dass Bundesvorschriften Vorrang vor den einzelstaatlichen Regelungen haben sollten, auf denen die meisten Klagen basieren. Stephan Wulf, Analyst beim Brokerhaus Oddo BHF, verwies auf eine Reihe rechtlicher Hürden, die noch überwunden werden müssen.
Ein Bayer-Sprecher zeigte sich zuversichtlich bezüglich eines günstigen Ausgangs vor dem Supreme Court. Er verwies auf einen Schriftsatz des US-Generalstaatsanwalts vom Dezember, aus dem hervorgeht, dass die Trump-Regierung die Rechtsauffassung von Bayer in der Angelegenheit unterstützt.
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Trotz der Unsicherheiten sieht Portfoliomanager Manns auch positive Aspekte. "Die Auseinandersetzung mit den Klagen hat viel Managementkapazität gebunden, die nun für strategische Themen genutzt werden kann", erklärte er. Dies könne Portfolioveränderungen, strukturelle Maßnahmen und schnellere Markteinführungen ermöglichen.
Der Vergleichsvorschlag zeigt, dass Bayer einen Schlussstrich unter das Roundup-Kapitel ziehen will. Ob dies gelingt, hängt jedoch maßgeblich von der Zustimmung der Kläger und der Entscheidung des Supreme Court ab. Bis dahin dürfte die Unsicherheit die Bayer-Aktie weiter belasten.


