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Bayer bietet 7,25 Milliarden Dollar für Roundup-Vergleich – Ende der Klagewelle?

Monsanto-Mutterkonzern schlägt umfassende Einigung vor, doch rechtliche Unsicherheit bleibt bestehen

Bayer bietet 7,25 Milliarden Dollar für Roundup-Vergleich – Ende der Klagewelle?

Die Bayer-Tochter Monsanto hat einen landesweiten Sammelvergleich in Höhe von 7,25 Milliarden Dollar vorgeschlagen, um sowohl laufende als auch künftige Klagen im Zusammenhang mit dem Unkrautvernichtungsmittel Roundup beizulegen. Der Deal soll Ansprüche von Personen abdecken, die behaupten, durch den Kontakt mit Roundup an Non-Hodgkin-Lymphom erkrankt zu sein – einer oft tödlich verlaufenden Krebserkrankung des Lymphsystems.

Der Vergleich, der noch der gerichtlichen Genehmigung bedarf, sieht Zahlungen über einen Zeitraum von bis zu 21 Jahren vor. Er würde den Großteil der derzeit 65.000 anhängigen Klagen abdecken und gleichzeitig ein langfristiges Entschädigungsprogramm für künftige Erkrankungen finanzieren.

Gestaffelte Zahlungen nach Schweregrad

Die individuellen Zahlungen variieren erheblich je nach Alter, Expositionsdauer und Schwere der Erkrankung. Patienten mit beruflicher Exposition, bei denen vor dem 60. Lebensjahr ein aggressives Non-Hodgkin-Lymphom diagnostiziert wurde, könnten durchschnittlich 165.000 Dollar erhalten. Im Gegensatz dazu würden Patienten über 78 Jahre mit einer entsprechenden Diagnose lediglich 10.000 Dollar bekommen.

Der lange Zeitraum des Entschädigungsprogramms erklärt sich durch die Latenzzeit der Krebserkrankung, die zehn Jahre oder mehr betragen kann. Bayer hat Glyphosat – den umstrittenen Wirkstoff in Roundup – erst 2023 aus seinen Produkten für Privatkunden entfernt. Personen, die Roundup vor dem 17. Februar 2026 verwendet haben und später erkranken, sollen vom Vergleich erfasst werden.

Unklare Unterstützung durch Kläger

Wie viele Kläger den Vergleich tatsächlich unterstützen, ist derzeit unklar. Bayer kann die Vereinbarung kündigen, wenn sich zu wenige Kläger anschließen, macht jedoch keine Angaben dazu, wie viele Ablehnungen die Vereinbarung zum Scheitern bringen würden. Das Unternehmen gibt zwar an, dass zahlreiche Anwaltskanzleien den Vergleich unterstützen, nennt aber keine konkreten Zahlen.

Einige mit dem Rechtsstreit vertraute Anwälte äußern Bedenken gegen Bayers Strategie, bestehende Fälle durch die Schaffung einer neuen Sammelklage zu ersetzen, anstatt diese Ansprüche direkt zu adressieren. Mindestens eine große Anwaltskanzlei hat bereits Widerstand gegen den Vergleichsvorschlag signalisiert.

Entscheidung des Supreme Court als Wendepunkt

Parallel zum Vergleichsvorschlag läuft ein Verfahren vor dem Obersten Gerichtshof der USA, dessen mündliche Verhandlung für den 27. April angesetzt ist. Das Gericht wird entscheiden, ob Bayer nach einzelstaatlichem Recht verklagt werden kann, obwohl Bundesvorschriften keinen Warnhinweis auf dem Produkt verlangen.

Ein Urteil zugunsten von Bayer könnte Tausende von Klagen hinfällig machen, die auf der Theorie der unterlassenen Warnung basieren. Dies würde den Druck auf Kläger erhöhen, sich dem Vergleich anzuschließen. Allerdings könnten Kläger selbst bei einem günstigen Urteil für Bayer versuchen, andere Haftungstheorien zu verfolgen.

Hohe Urteile erhöhen den Druck

Die Dringlichkeit einer Einigung wird durch vergangene Gerichtsurteile unterstrichen. Obwohl Bayer eine Reihe von Roundup-Prozessen gewonnen hat, erzielten Kläger mehrere spektakuläre Erfolge: Eine Jury in Georgia sprach 2025 eine Entschädigung von 2,1 Milliarden Dollar zu, ein kalifornisches Gericht urteilte 2023 über 332 Millionen Dollar.

Selbst wenn der Vergleich genehmigt wird, gibt es keine Möglichkeit, alle Kläger zum Beitritt zu zwingen. Aktuelle und künftige Kläger können sich gegen den Vergleich entscheiden und ihre Ansprüche individuell weiterverfolgen. Dies bedeutet, dass Bayer auch in Zukunft mit kostspieligen Geschworenenprozessen konfrontiert sein könnte – eine rechtliche Unsicherheit, die für den DAX-Konzern eine anhaltende Belastung darstellt.

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