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Bayer: Hoffnung durch neues Nierenmedikament

Kerendia zeigt Wirksamkeit gegen Herzinsuffizienz und soll Umsatzeinbrüche kompensieren

Bayer: Hoffnung durch neues Nierenmedikament

Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer befindet sich in einer Krise, jedoch gibt es aus der Medikamentensparte positive Signale. Das Nierenmedikament Kerendia hat sich in klinischen Studien auch als wirksam gegen Herzinsuffizienz erwiesen. Laut den veröffentlichten Daten reduzierte das Mittel statistisch signifikant und klinisch relevant die Todesfälle sowie erstmalige und wiederkehrende Herzinsuffizienz-Ereignisse. Diese Ergebnisse sind für Bayer von großer Bedeutung, da ab diesem Jahr die Patente der bisherigen Umsatzbringer Xarelto und Eylea auslaufen. Diese Medikamente machen zusammen 40 Prozent der gesamten Pharmaerlöse aus, und mit dem Auslaufen der Patente werden günstigere Nachahmerprodukte auf den Markt kommen, was zu erheblichen Umsatzeinbrüchen führen wird.

Um diese Verluste zu kompensieren, braucht Bayer dringend neue Blockbuster-Medikamente. Im November letzten Jahres musste das Unternehmen jedoch die Phase-3-Studie zum Gerinnungsmittel Asundexian stoppen. Diese Phase ist die letzte klinische Studienphase vor der Zulassung eines Medikaments. Das Gerinnungsmittel galt als größte Umsatzhoffnung des Konzerns und sollte in Spitzenzeiten bis zu fünf Milliarden Euro jährlich einbringen. Mit dem Stopp der Studie sind diese prognostizierten Umsätze größtenteils weggefallen. Daher werden andere potenzielle Blockbuster-Medikamente, wie Kerendia, immer wichtiger für das Unternehmen. Bayer hofft, mit Kerendia in der Spitze bis zu drei Milliarden Euro Umsatz zu erzielen, obwohl das Medikament im Jahr 2023 lediglich 270 Millionen Euro einbrachte.

Beobachter sind der Meinung, dass Bayer erst noch beweisen muss, dass Kerendia tatsächlich das Drei-Milliarden-Euro-Potenzial hat. Eine Indikationserweiterung, die durch die neuen Studienergebnisse erreicht werden könnte, könnte jedoch dazu beitragen, dass das Medikament in Zukunft höhere Umsätze erzielt. Der Leverkusener Konzern befindet sich insgesamt in einer schwierigen Lage: Der Aktienkurs ist innerhalb eines Jahres um knapp 50 Prozent gefallen. Am Montag notierten die Aktien in einem schwachen Umfeld kaum verändert und gehörten zu den stabilsten Werten im Leitindex DAX.

Ein großes Problem sind die Rechtsrisiken in der Agrarsparte. Zahlreiche Klagen und Gerichtsprozesse gegen das Unkrautmittel Glyphosat setzen dem Unternehmen weiterhin zu. Deshalb ist es entscheidend, dass die Pharmasparte Erfolge verzeichnet. Im ersten Quartal hat sich die operative Lage in der Pharmasparte trotz hoher Investitionen in neue Zell- und Gentherapien verbessert. Am Dienstag wird Bayer Zahlen für das zweite Quartal vorlegen.

Vorstandschef Bill Anderson versucht derweil, das Unternehmen mit einem neuen Managementansatz auf Kurs zu bringen. Unter dem Namen „Dynamic Shared Ownership“ soll Bürokratie abgebaut und den Mitarbeitern mehr Entscheidungsfreiheit gegeben werden. Gleichzeitig wird eine Vielzahl an Stellen abgebaut: In Konzernkreisen heißt es, dass weltweit rund ein Drittel der etwa 17.000 Führungspositionen zur Disposition steht. Den Führungskreis der Pharmasparte hat das Unternehmen bereits halbiert.

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