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Bayer prüft Rückzug von Glyphosat in USA

Konzern will Klagewelle eindämmen und Kapitalerhöhung auf Hauptversammlung ermöglichen

 Bayer prüft Rückzug von Glyphosat in USA

Der Bayer-Konzern erwägt im Zusammenhang mit der anhaltenden Klagewelle gegen den Unkrautvernichter Glyphosat einen möglichen Rückzug aus dem US-Markt. Vorstandschef Bill Anderson äußerte in einer vorab veröffentlichten Rede zur Hauptversammlung die Möglichkeit, die Vermarktung des Produkts in den Vereinigten Staaten einzustellen, sollte der juristische Druck weiter zunehmen. Man wolle diesen Schritt zwar vermeiden, bereite sich jedoch auf alle denkbaren Szenarien vor. Die Aktionäre des Unternehmens sollen auf der Hauptversammlung am 25. April über einen Vorratsbeschluss abstimmen, der dem Vorstand unter anderem Spielraum für eine Kapitalerhöhung einräumen würde.

Mit einer Kapitalerhöhung strebt Bayer an, die finanziellen Spielräume zur Beilegung der Rechtsstreitigkeiten zu erweitern und gleichzeitig das Kreditrating des Unternehmens zu sichern. Die Zustimmung der Aktionäre zu diesem Schritt soll es dem Unternehmen ermöglichen, sich in den zahlreichen Verfahren in den USA mit den Klägern zu einigen, ohne die Verschuldung zu erhöhen. Bereits Anfang März hatte Bayer die Pläne zur Kapitalerhöhung öffentlich gemacht. Unterstützung erhielt der Konzern dabei von der einflussreichen Aktionärsberatung ISS, die in einer Empfehlung von einer überzeugenden Begründung sprach.

Im Zuge der juristischen Auseinandersetzungen konnte Bayer in den USA jüngst einen Teilerfolg verbuchen. Nach dem Bundesstaat Georgia hat auch North Dakota eine Gesetzesänderung verabschiedet, wonach die Einstufung der US-Umweltbehörde EPA bindend wäre. Diese sieht in Glyphosat keine krebserregende Wirkung, weshalb Warnhinweise auf Produkten untersagt werden. Anderson äußerte die Hoffnung, dass weitere Bundesstaaten diesem Beispiel folgen könnten. Insgesamt hat Bayer bislang Rückstellungen in Höhe von 5,7 Milliarden Euro für die Glyphosat-Verfahren gebildet.

Der Konzern hatte sich mit der Übernahme des US-Herstellers Monsanto im Jahr 2018 eine umfangreiche Klagewelle eingehandelt. Der Verkauf von Glyphosat-Produkten unter dem Namen „Roundup“ an Privatkunden in den USA wurde bereits eingestellt, da diese den Großteil der Klagen ausmachen. Das bedeutendere Geschäft mit landwirtschaftlichen Betrieben steht jedoch weiterhin auf dem Spiel. Zugleich treibt Anderson den internen Umbau des Konzerns voran. Im Rahmen eines neuen Organisationsmodells wurden rund 10.000 Stellen gestrichen und die Anzahl der Management-Positionen halbiert. Der Umbau führte bereits zu Einsparungen in Höhe von 500 Millionen Euro, bis Ende 2026 sollen es jährlich zwei Milliarden Euro sein.

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