Bayer prüft weitere Schritte nach US-Gerichtsurteil
Supreme Court in Washington bestätigt hohe Entschädigung im PCB-Fall

Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer steht in den USA erneut vor juristischen Herausforderungen im Zusammenhang mit der seit Jahrzehnten verbotenen Chemikalie PCB. Der Supreme Court des Bundesstaates Washington hat ein Urteil aus dem Jahr 2021 wieder in Kraft gesetzt, das drei Lehrern eine Entschädigung von insgesamt 185 Millionen US-Dollar zuspricht. Diese Entscheidung bedeutet eine juristische Niederlage für Bayer, nachdem ein Berufungsgericht das Urteil im vergangenen Jahr aufgehoben hatte. Das Unternehmen kündigte an, weitere rechtliche Schritte zu prüfen.
Im Mittelpunkt des Rechtsstreits steht die PCB-Belastung an der Schule Sky Valley Education Center, die nach Auffassung der Kläger für neurologische Schäden verantwortlich sein soll. Bayer hält das Urteil des obersten Gerichts für fehlerhaft und verweist darauf, dass das Produkthaftungsgesetz im Bundesstaat Washington keine Strafschadenersatzansprüche zulasse. Das Unternehmen hatte daher beantragt, diese Rechtsfrage von den obersten Richtern klären zu lassen.
Der Supreme Court kam jedoch zu dem Schluss, dass die rechtlichen Grundlagen in der ersten Instanz korrekt angewendet wurden. Eine neue Verhandlung sei nicht gerechtfertigt, und das ursprüngliche Urteil der Jury bleibe bestehen. Damit wird der Fall nun zur weiteren Behandlung an das erstinstanzliche Gericht zurückverwiesen.
Laut Einschätzung von JPMorgan-Analyst Richard Vosser ist die Entscheidung für Bayer leicht negativ zu bewerten. Neben dem aktuellen Fall sind weitere acht Verfahren in Washington anhängig, bei denen zusammen Schadenersatzforderungen in Höhe von etwa 1,2 Milliarden US-Dollar im Raum stehen. Bayer betont allerdings, dass jeder dieser Fälle auf einer eigenen rechtlichen und sachlichen Grundlage beruhe und somit nicht unmittelbar miteinander vergleichbar sei.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseBereits im August hatte Bayer eine Grundsatzvereinbarung zur Beilegung sämtlicher PCB-Fälle im Zusammenhang mit der Schule Sky Valley Education Center getroffen. Von dieser Vereinbarung ausgenommen blieben jedoch die bisherigen Urteile, die zu Ungunsten des Unternehmens ausgefallen waren. Bayer teilte mit, dass die finanziellen Auswirkungen dieser Verfahren durch Rückstellungen und bestehende Verbindlichkeiten bereits abgedeckt seien.


