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Bayer setzt im Pharma-Geschäft auf die USA

Wachstum durch neue Medikamente trifft auf Preisdruck und Rechtsrisiken

Bayer setzt im Pharma-Geschäft auf die USA

Der Bayer-Konzern wird sein Pharmageschäft weiter auf den US-Markt ausrichten und plant, den Umsatz mit verschreibungspflichtigen Medikamenten dort bis zum Ende des Jahrzehnts mindestens zu verdoppeln. Nach Angaben von US-Chef Sebastian Guth soll damit die Bedeutung Nordamerikas für die Pharmasparte weiter wachsen, nachdem bereits heute rund ein Drittel der weltweiten Pharmaerlöse in dieser Region erzielt wird. Grundlage der Strategie sind neue Arzneimittel sowie mehrere kürzlich erteilte Zulassungen der US-Arzneimittelbehörde FDA.

Zu den Hoffnungsträgern zählen unter anderem der Gerinnungshemmer Asundexian sowie Medikamente wie Kerendia, Nubeqa und das Menopausenmittel Lynkuet, die in diesem Jahr in den USA zugelassen wurden. Guth betont, dass Bayer inzwischen für die meisten wichtigen Produkte über die weltweiten Rechte verfüge und mehrere Präparate bereits Umsätze im Milliardenbereich erzielten oder dieses Potenzial hätten. Der Konzern reagiert damit auch auf den bevorstehenden Patentablauf des Blockbusters Xarelto, der bislang jährliche Erlöse von mehr als vier Milliarden Euro generierte und nun verstärkt Konkurrenz durch Generika erhält.

Der geplante Ausbau des US-Geschäfts ist jedoch mit erheblichen Risiken verbunden. Dazu zählt vor allem der zunehmende Preisdruck in den Vereinigten Staaten. Die US-Regierung fordert von der Pharmaindustrie spürbare Preissenkungen und verweist darauf, dass Medikamente dort deutlich teurer sind als in Europa. Auch wenn Bayer bislang nicht direkt adressiert wurde, betreffen die politischen Signale die gesamte Branche. Guth räumt ein, dass hohe Preise bislang ein wichtiger Faktor für die Finanzierung von Innovationen gewesen seien, sieht aber zugleich Grenzen für dieses Modell.

Ein weiteres Risiko ergibt sich aus der Handelspolitik der USA. Zölle erhöhen die Kosten für international tätige Konzerne und schmälern die finanziellen Spielräume für Forschung und Entwicklung. Zwar haben sich die Europäische Union und die USA auf einen Basissatz für Einfuhren verständigt, doch bleibt die Belastung für die Industrie spürbar. Parallel dazu kündigen zahlreiche Wettbewerber hohe Investitionen in den USA an, um ihre Präsenz vor Ort zu stärken.

Zusätzlich belasten die anhaltenden Rechtsrisiken rund um Glyphosat den finanziellen Spielraum des Konzerns. Die Klagewelle in den USA zwingt Bayer zu Zurückhaltung bei großen Investitionszusagen und lenkt den Fokus auf Schuldenabbau. Guth verweist dennoch auf die steigenden Ausgaben für Forschung und Entwicklung in den USA, die in den vergangenen Jahren deutlich erhöht wurden. Bayer sieht sich dadurch als eines der am schnellsten wachsenden Pharmaunternehmen im US-Markt positioniert, auch wenn der eingeschlagene Kurs mit Unsicherheiten verbunden bleibt.

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